IBM bringt Betriebssystem/Software-Bündel für PCs

12. Februar 2007, 16:36
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Frontalangriff auf Microsoft: "Customer Freedom of Choice". PC-Betriebssystem/Software-Bündel für Organisationen "jeder Grösse und Branche."

Frontalangriff auf Microsoft: "Customer Freedom of Choice". PC-Betriebssystem/Software-Bündel für Organisationen "jeder Grösse und Branche."
"Big Blue" scheint es ernst zu meinen: Heute kündigte IBM ein Bündel aus einem Linux-basierenden PC-Betriebssystem und wichtigen, infrastrukturnahen Anwendungen wie E-Mail-Software an. IBM lässt keine Zweifel daran, um was es geht. Schon im Titel der Pressemitteilung heisst es: "IBM Offers Customer Freedom of Choice..." (Freiheit der Wahl) und im Untertitel ist dann von einer "Alternative to Vendor Lock-In". Mit "Freiheit der Wahl" und "Alternative" kann nur die Freiheit, nicht Microsoft Windows zu wählen, gemeint sein...
Red Hat oder Novell als PC-Betriebssystem
IBM bringt allerdings kein "eigenes Destop Linux" auf den Markt, sondern empfiehlt den Kunden als PC-Betriebssysteme die Linux-Distributionen von Red Hat oder Novell. Diese können dann mit Lotus Desktop-Software wie das (früher) bekannte 1-2-3, mit Kommunikations-Clients wie Notes und der Konferenz-Software Sametime kombiniert werden. IBM betont ausdrücklich, dass der Standard 'Open Document Format' als Dokumentenformat unterstützt wird. Ausserdem kann man natürlich Open-Source-Software wie den Browser Firefox benützen.
IBM betont, dass auf den PCs auch Windows und Linux parallel installiert werden kann - womit aber der Kostenvorteil von Linux dahin wäre.
Eigentlich nichts Neues, aber...
IBM hat die Desktop-Lösung am eigenen Leib ausprobiert: Sie entspringt den "best practices" aus der Ausbreitung von Linux (Red Hat Enterprise Linux Workstation) als Client-Betriebssystem bei "Big Blue" selbst. Dies seine einer der weltweit grössten Client-Roll-Outs von Linux + Lotus-Software überhaupt, heisst es aus Armonk.
Eigentlich kündigt IBM mit der "Open Client Solution" nichts neues an. Linux-basierende PC-Betriebssysteme von Novell und Red Hat sind ebenso wenig neu wie die Software aus dem Hause Lotus. Neu ist hingegen, dass "Big Blue" ganze Pakete aus OS und Anwendungssoftware im Masseneinsatz getestet hat und anbietet. Richtig spannend wird es, wenn grosse PC-Hersteller wie Dell, Lenovo oder HP die "Open Client Solution" als Bündel zusammen mit PCs anbieten. (Christoph Hugenschmidt)

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