IBM bringt "Xing"- und "mySpace"-ähnliche Funktionen für Unternehmen

22. Januar 2007, 18:15
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An der heutigen Eröffnung der Hausmesse "Lotusphere" stellte "Big Blue" eine Reihe von Neuerungen für Lotus Notes und Domino vor. Quintessenz: Web 2.0 soll in den Unternehmen Einzug halten.

An der heutigen Eröffnung der Hausmesse "Lotusphere" stellte "Big Blue" eine Reihe von Neuerungen für Lotus Notes und Domino vor. Quintessenz: Web 2.0 soll in den Unternehmen Einzug halten.
Die heute eröffnete Hausmesse "Lotusphere" der IBM-Software-Abteilung in Florida begann mit einer Flut von Ankündigungen neuer oder stark verbesserter Produkte rund um die Themen Kommunikation, Zusammenarbeit und Produktivität. Das interessanteste, wenn auch vielleicht nicht das wichtigste der neuen Produkte ist das modisch getaufte "Quickr".
Anders als Microsoft setzt IBM stark auf Technologien und Konzepte aus der Open-Source-Welt. So werden RSS-Feeds, Blogs und Wikis in eigene und fremde Software integriert. Als Resultat kommt dabei eine starke Konkurrenz zu Microsofts Office 2007 und insbesondere zu Microsofts Workflow-Lösung Share Point heraus. Doch gehen wir der Reihe nach:
"Quickr" besteht aus einem Share-Point-ähnlichen System zur Verwaltung von Dokumenten aller Art sowie Konnektoren zu allerlei Drittprodukten. So gibt es Konnektoren zu IBM-eigenen Produkten wie Lotus Notes (E-Mail et al) und Lotus Sametime (Videokonferenzen). In Lotus Notes muss man beispielsweise Anhänge zu E-Mails nicht mehr versenden, sondern man verschickt nur noch einen Link zu einem Dokument, das im "Quickr"-System liegt. Es gibt auch Konnektoren für den Microsoft Windows Explorer und - wichtiger noch - Microsoft Office. Man kann Dokumente von Office aus verwalten, gemeinsam bearbeiten (Versionenkontrolle) und sich über RSS-Feeds allfällige Änderungen melden lassen.
Wohin IBM mit "Quickr" zielt, wird aus einem Satz in der Pressemeldung klar. Die Software lasse sich gut in in Microsoft Office und Windows 2000, XP und 2003 integrieren, womit der Zwang signifikante Teile der Desktop-Software zu erneuern, wegfalle. Im Klartext: Kunden könnten gut auf Office 2007 und Vista verzichten...
"Lotus Connections": ein Xing für Firmen?
Mit "Lotus Connections" stellte IBM eine Software-Plattform für den Bau von "Communities" innerhalb von Firmen vor. Ähnlich wie man es von "Xing" (ehemals OpenBC) her kennt, kann man mit "Connections" Leute mit gemeinsamen Interessen oder bestimmten Kompetenzen aufspüren, sich gegenseitig be-bloggen und Projekte aufgleisen und überwachen.
"Quickr" und "Connections" soll noch in der ersten Jahreshälfte verfügbar werden. Die Preise sind noch nicht bekannt.
"Unified Communications" - auch bei IBM
Weiter kündigte IBM eine verbesserte Version der Videokonferenz- und Chat-Software "Lotus Sametime" an. So kann man nun "tabbed" chatten (gleiches Konzept wie bei den "Tabs" in Firefox und Explorer), man kann Sametime-Video- und Chat-Sessions direkt aus Microsoft Outlook und Office starten (!), die Software läuft nun auch auf Macs und die Plattform auf Linux-Servern, mobile Endgeräte werden unterstützt und man kann auch per Mausklick ein Telefongespräch starten.
Partner wie 3Com, Alcatel-Lucent, Nortel, Avaya, Cisco, Nortel und RIM zeigen an der "Lotusphere" die Zusammenarbeit ihrer Lösungen mit IBMs "Sametime".
Zu guter Letzt stellte IBM ebenfalls noch eine Portal-Lösung mit vorgebauten Intranet- und Extranet-Funktionen für KMU vor.
Armdrücken zwischen Microsoft und IBM
"Produktivität", "Kommunikation" und "Zusammenarbeit" (Collaboration) in Gruppen, innerhalb von Firmen und zwischen Firmen sind die dominanten Themen von Microsoft bei der Lancierung von Windows Vista und Office 2007.
IBM ist - wie die heutigen Ankündigungen zeigen - fest entschlossen, bei diesen Themen ein Wörtchen mitzureden. (Christoph Hugenschmidt)

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