IBM-Chefin Welton kritisiert Schweizer Bildungspolitik

16. April 2012, 12:07
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Isabelle Welton konstatiert einen tiefen Stellenwert naturwissenschaftlicher Fächer und verlangt eine Flexibilisierung der Kontingente.

Isabelle Welton konstatiert einen tiefen Stellenwert naturwissenschaftlicher Fächer und verlangt eine Flexibilisierung der Kontingente.
In einem Interview mit der 'Basler Zeitung' hat sich die Geschäftsführerin von IBM Schweiz, Isabelle Welton, zum Thema Fachkräftemangel geäussert. Was sie sagt, ist zwar nicht neu, doch die Tatsache, dass das Thema weiterhin in den Schlagzeilen ist, zeigt, dass die Informatikbranche nach wie vor stark davon betroffen ist. Angesprochen auf den "war for talents" sagt sie: "Wir haben definitiv ein Problem beim Nachwuchs. Bei IBM Schweiz bilden wir derzeit mehr als 50 Lehrlinge in der IT aus. Das reicht jedoch nicht, um die künftige Nachfrage zu decken. Aber es ist schwierig, das Interesse für IT bei den jungen Leuten zu wecken."
Nach Meinung von Welton haben naturwissenschaftliche Fächer im Schweizer Schulsystem einen zu kleinen Stellenwert. Es sei für junge Leute je länger, je weniger attraktiv, Ingenieur zu werden. Dieses Problem, das die ganze Gesellschaft betreffe, müsse man mittelfristig lösen. Eine Lösung scheint aber auch die IBM-Chefin nicht zu haben.
Firmen, die auf qualifizierte Informatik-Arbeitskräfte angewiesen sind, holen die Talente oft dort ab, wo sie scheinbar en masse direkt von der Hochschule kommen. Welton spricht von "scheinbar unerschöpflichen Menschenmengen" in den Wachstumsländern. Doch bezüglich Kontingente gibt es bekanntlich schon seit Jahren Probleme mit den Behörden. "Grundsätzlich ist die Zusammenarbeit mit den Behörden gut, da wird aus unserer Sicht professionell gearbeitet und versucht, Lösungen zu finden", so Welton diplomatisch. Schwierig werde es aber, "wenn wir spontan auf Aufträge reagieren müssen und daher innerhalb kurzer Zeit Leute aus aller Welt hier bräuchten. Eine Flexibilisierung der Kontingente oder ein Austausch zwischen den Kantonen würden uns helfen", so Welton zur 'baz'. (mim)

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