IBM-Cloud soll nun in anderen Clouds laufen

2. März 2021, 15:41
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Mit "Cloud Satellite" will der Konzern endlich zu den Grossen im Public-Cloud-Business aufsteigen.

Für die Multicloud-Ära bietet Google das hauseigene Anthos und Microsoft Azure Arc. Nun zieht IBM, ein bis anhin wenig bedeutender Public-Cloud-Player, mit IBM Cloud Satellite nach.
Dies teilt der Konzern mit. "Es erweitert den IBM Cloud-Katalog der Cloud-Services auf Standorte ausserhalb der IBM Cloud-Regionen", schreibt IBM, und die Lösung stehe in jeder Umgebung zur Verfügung - in jeder Cloud, On Premises oder am Edge.
Bei Satellite handelt es sich um eine Plattform für die Bereitstellung von containerisierten Anwendungen, die auch IBM Cloud-Services nutzen kann. IBM-Cloud-CTO Jason McGee erklärt dazu dem 'Register': "Satellite baut auf der Arbeit auf, die wir in den letzten vier Jahren geleistet haben, indem wir Kubernetes und OpenShift als Service angeboten haben. Wir kümmern uns um die Bereitstellung und Verwaltung der Infrastruktur, Updates und Sicherheitspatches, Recovery und Auto-Scaling."
Auch das Verhältnis zwischen IBM Cloud Satellite und Red Hat OpenShift ist geklärt. IBM-Cloud-Satellite-Kunden können auf OpenShift-zertifizierte Software-Angebote auf dem Red Hat Marketplace zugreifen. McGee sagt 'The Register' ergänzend: "OpenShift spielt zwei wichtige Rollen. Erstens ist es die Anwendungsplattform. Satellite liefert OpenShift als Service. Zweitens ist es die Plattform unter Satellite, auf der unsere anderen Services laufen. Wir haben unsere gesamte Public Cloud auf Kubernetes und OpenShift aufgebaut. Alle unsere Datenservices, unsere KI-Fähigkeiten, unsere DevOps-Tools, unsere Edge-Fähigkeiten, sie alle laufen heute in der Produktion auf einer Kubernetes-Plattform." Die Standort-Flexibilität von Satellite "liegt darin begründet, dass wir OpenShift als gemeinsame technische Plattform nutzen, auf der alles läuft."
Zu den verfügbaren Cloud Services on Demand gehören API-basiert DevOps-Tools und Frameworks für Machine Learning. Auf Watson-Ebene sei ein "IBM Cloud Pak for Data as a Service" verfügbar.
IBM arbeitet mit mehr als 65 Unternehmen aus seinem Partner-Ökosystem zusammen, um Kunden zu unterstützen, Workloads in jeder Umgebung mit IBM Cloud Satellite zu betreiben. Die Infrastrukturpartner bieten Speicher-, Netzwerk- und Serverlösungen an.
IBM hat auch einen sogenannten Satellite Infrastructure Service eingeführt, bei dem das Unternehmen Hardware in das Rechenzentrum eines Kunden liefert und "den gesamten Stack" unter einem verbrauchsbasierten Geschäftsmodell betreibt. Es wird auch Appliance-ähnliche Lösungen von Drittanbietern wie Dell geben.

IBM immer noch ein Nischenplayer

IBM ist nach allen Quellen im Cloud-Bereich ein Nischenplayer, so auch laut Gartners Magic Quadrant, Canalys listet die 108-jährige Firma unter "other" wie auch andere klassische IT-Anbieter wie Oracle. Laut Synergy lag IBMs Marktanteil im Q4 2020 bei 5%, trotz einer breiteren Definition von Cloud bzw. Public Cloud als andere.
Für ein Unternehmen wie IBM, das in seiner Geschichte mehrere Transformationen durchlaufen hat, ist es wichtig zu kommunizieren, "dass es ihnen nicht nur um die Technologie von gestern geht", so Frank Gens, Chefanalyst bei IDC vor einigen Monaten zu 'Bloomberg'. "Deshalb sind sie so kämpferisch, wenn es darum geht, sich als Cloud-Anbieter zu profilieren."

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