IBM: Der Blaue Riese verlängert den Schritt

19. Januar 2011, 10:11
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Der Konjunkturaufschwung beschert IBM das grösste Umsatzwachstum seit fast zehn Jahren.

Der Konjunkturaufschwung beschert IBM das grösste Umsatzwachstum seit fast zehn Jahren.
"Big Blue" IBM hat im abgelaufenen vierten Quartal 2010 einen Umsatz von 29,02 Milliarden Dollar erzielt. Das bedeutet ein Wachstum um 6,6 Prozent verglichen mit dem Abschlussquartal des letzten Jahres. Das tönt zwar verglichen mit den Wachstumszahlen anderer IT-Firmen bescheiden, ist aber für den traditionell gemessen dahinschreitenden IT-Riesen das grösste Umsatzwachstum für ein Quartal seit beinahe zehn Jahren. Der Gewinn wuchs, unter anderem durch höhere Bruttomargen im Software- und Hardwarebusiness, um 9,2 Prozent auf 5,26 Milliarden Dollar.
Im gesamten Jahr 2010 stieg der Umsatz von "Big Blue" verglichen mit 2009 um 4 Prozent auf 99,9 Milliarden Dollar, und der Reingewinn um 10 Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar.
IBMs beschleunigtes Wachstum ist ein klarer Ausdruck der durch die wiedererstärkte Konjunktur gestiegenen Nachfrage bei Unternehmen. Bei IBM führte dies zu Wachstum in allen grossen Geschäftbereichen. Der Umsatz im Softwarebereich stieg um 11 Prozent, der Umsatz im Bereich "Systems and Technology" (Server, Storage usw.) sogar um 21 Prozent. Letzteres dürfte vor allem auch eine Folge der in der Krise noch aufgeschobenen Hardwareinvestitionen vieler Unternehmen sein. Einen Glanzpunkt in diesem Bereich setzten die Mainframe-Server. Im ersten vollen Quartal nach der Einführung der neusten System-z-Generation stieg der Mainframe-Umsatz für IBM um 69 Prozent.
Etwas langsamer entwickelt sich mit 2 Prozent Umsatzwachstum dagegen der Servicebereich. Grund zur Zuversicht gibt den IBM-Verantwortlichen hier aber der gestiegene Auftragsbestand beispielsweise im Outsourcing-Business. Das Volumen der insgesamt neu abgeschlossenen Serviceverträge erhöhte sich um um 18 Prozent.
Trotzdem, etwas wehmütig dürften die IBM-Oberen schon sein, wenn sie sich die ebenfalls heute veröffentlichten Quartalszahlen von Apple anschauen, die IBM doch kräftig die Show stehlen. Big Blue war lange Jahre stolz auf seine Position als umsatzmässig mit Abstand grösster IT-Konzern der Welt. Nun setzt nach HP im Jahr 2008 schon der nächste Emporkömmling rasant zum Überholen an. Wenigstens ist Apple allerdings, im Gegensatz zu HP, nur in minimalem Ausmass ein direkter Konkurrent von IBM. (Hans Jörg Maron)

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