IBM: Die Ära Palmisano neigt sich dem Ende zu

20. Juli 2010, 09:10
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Hohe Gewinne im zweiten Quartal für IBM. Derweil werden erste Namen für die Nachfolge des langjährigen CEOs Sam Palmisano genannt.

Hohe Gewinne im zweiten Quartal für IBM. Derweil werden erste Namen für die Nachfolge des langjährigen CEOs Sam Palmisano genannt.
Der IT-Riese IBM konnte trotz markantem Gewinnwachstum im vergangenen zweiten Quartal die hohen Erwartungen der meisten Analysten nicht erfüllen. Grund dafür ist das mässige Umsatzwachstum (+2% auf 23,72 Milliarden Dollar). Hingegen wuchs der Reingewinn im Vergleich zum Vorjahr um 9,1 Prozent auf 3,39 Milliarden Dollar.
IBM sprach von Auftragsrückgängen aufgrund von nicht erneuerten Verträgen. Was Neukunden betreffe, sei man hingegen zufrieden. Deshalb geht "Big Blue" davon aus, dass der Umsatz in den kommenden Monaten wieder stärker ansteigen wird. In der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) gehen die Umsätze zurzeit allerdings zurück. Im vergangenen Quartal sanken sie im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar. Währungsbereinigt resultierte hier ein Rückgang um 1 Prozent. In den anderen Regionen wächst der Umsatz: In der ersten Jahreshälfte war der Umsatz in den Wachstumsmärkten erstmals auf der Höhe des Umsatzes der Euro-Länder, wie IBM in der Mitteilung schreibt.
Wer folgt auf Palmisano?
Kurz nach dem Bekanntwerden der neusten Zahlen wurde am Montag IBM-intern über eine Reorganisation des Managements informiert, was das 'Wall Street Journal' als Startschuss für die Suche nach einem Nachfolger für CEO Samuel J. Palmisano interpretiert. Im Rahmen der Reorganisation erhielten vier Manager weitergehende Zuständigkeiten, wie das 'Journal' schreibt. Unter anderem ist Softwarechef Steve Mills nun auch für die Systems and Technology Group zuständig und Michael E. Daniels ist nicht mehr nur für das halbe, sondern für das ganze Global-Services-Geschäft verantwortlich.
Palmisano führt IBM seit über acht Jahren und wird am 29. Juli 59 Jahre alt. Drei der letzten vier IBM-CEOs traten jeweils mit 60 zurück. Mögliche Nachfolger sind Finanzchef Mark Loughridge, Service-Chef Michael E. Daniels, Softwarechef Steve Mills und Virginia M. Rometty, die für Verkauf und Distribution sowie neu auch für Marketing und Strategie zuständig ist. Allerdings dürfte es noch ein oder zwei Jahre dauern, bis der CEO-Wechsel stattfindet.
Palmisano hat IBM in der letzten Dekade massgeblich verändert. Der Verkauf der PC-Sparte an Lenovo und der Fokus auf höhermargige Geschäfte mit Software und Dienstleistungen führten zu höheren Gewinnen, obwohl der Umsatz nicht immer konstant wuchs. (mim)

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