IBM-Festplattengurus erhalten Technologiepreis

1. September 2005 um 08:53
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François Dolivo und Evangelos Eleftheriou vom IBM Forschungszentrums in Rüschlikon werden für ihre Verdienste geehrt.

François Dolivo und Evangelos Eleftheriou vom IBM Forschungszentrums in Rüschlikon werden für ihre Verdienste geehrt.
Professor Hisashi Kobayashi von der Princeton University sowie Dr. François Dolivo und Dr. Evangelos Eleftheriou vom IBM Forschungszentrums in Rüschlikon erhalten gemeinsam den Technologiepreis der Eduard-Rhein-Stiftung. Dieser wird ihnen am 15. Oktober im Deutschen Museum in München überreicht.
Die drei Preisträger bilden intellektuelle Ahnenreihe in der Grundlagenforschung für Festplattentechnologie. Ihr Hauptverdienst liegt in der Entwicklung von Lesemethoden, welche die heutigen hohen Speicherdichten und Lesegeschwindigkeiten möglich machen.
Ursprünglich wurde beim Lesen der Datenträger ein einfaches Verfahren verwendet: Ob ein Bit eine "0" oder eine"1" war wurde daran erkannt, ob ein vom Lesekopf erzeugter Signalpuls grösser oder kleiner als ein definierter Schwellenwert war. Mit zunehmender Speicherdichte und Datenrate wurden diese Signale aber immer schwächer und verzerrter.
Hisashi Kobayashi entwickelte während seiner Tätigkeit an IBMs Thomas J. Watson Forschungszentrum in Yorktown (USA) anfangs der 70er-Jahre die mathematischen Grundlagen für ein neues Verfahren. Bei diesem geht es im Prinzip darum, dass Signale nicht mehr absolut erkannt werden, sondern dass das "Aussehen" eines Signals mathematisch analysiert wird. So kann schon anhand eines Teilsignals festgestellt werden, ob es sich dabei höchstwahrscheinlich um eine "0" oder eine "1" oder nur um eine Störung handelt. (Festplattenexperten und Mathematiker mögen die grobe Vereinfachung verzeihen.)
Erst weitere Durchbrüche ermöglichten es aber, diese Idee in die Praxis umzusetzen. François Dolivo gaben dazu in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre den Anstoss. Dolivo und sein Team entwickelten eine neue Aufzeichnungstechnik, die sie "Partial-Response-Maximum- Likelihood-Sequence-Detection" (PRML) nannten. Dolivo entwickelte die Technologie auch in den folgenden Jahren dauernd weiter. Zu seinen Verdiensten gehörte es in der Folge, dass auch die mit kleiner werdenden Spurabständen unvermeidlichen Interferenzen durch benachbarte Datenspuren in die Analyse miteinbezogen werden konnten. Die PRML-Technologie wurde 1990 erstmals in einem industriellen Produkt verwendet.
Evangelos Eleftheriou wiederum entwickelte Anfang der neunziger Jahre darauf aufbauend eine weitere Lesemethode, bei der das unvermeidliche Rauschen in einem Signal kontinuierlich vorhergesagt und dadurch ausgefiltert werden kann. Seine "Noise-Predictive-Maximum-Likelihood" (NPML) wurde ab 2000 zuerst in IBM-Harddisks eingeführt und ist heute weit verbreitet. (hjm)

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