IBM gibt Corona-Krise die Schuld für Umsatzschwund

21. April 2020, 09:47
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Die Corona-Krise habe das Software-Geschäft über Nacht lahmgelegt, heisst es von Big Blue. Man hoffe aber langfristig auf einen positiven Effekt.

Die Corona-Krise zwingt Unternehmen zum Sparen und verheisst damit schwere Zeiten für die IT-Branche. "Im März kamen unsere Software-Transaktionen nahezu über Nacht zum Erliegen", sagte der Finanzchef von IBM.
Das liege daran, dass für die IBM-Kunden zunächst einmal die dringlichsten Probleme in der Krise in den Vordergrund gerückt seien. IBM macht sich zugleich Hoffnungen, auf längere Sicht profitieren zu können, wenn Firmen als Folge stärker auf Cloud-Dienste und Künstliche Intelligenz setzen.
IBM präsentierte als erster der grossen US-Technologie-Konzerne seine Zahlen für das erste Quartal. Die Ergebnisse spiegeln nur teilweise die aktuelle Lage wider, weil das Geschäft in den ersten Wochen noch nicht vom Coronavirus beeinträchtigt wurde. Dennoch meldete IBM deutliche Geschäftseinbussen und hob die Jahresprognose auf.

Red Hat als Wachstumstreiber

In den drei Monaten bis Ende März sanken die Erlöse im Jahresvergleich um 3,4 Prozent auf 17,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel um gut ein Viertel auf 1,2 Milliarden Dollar. Anleger liessen die Aktie im nachbörslichen Handel um gut drei Prozent fallen.
Die Akquisition von Red Hat zahlt sich derweil offenbar aus. Im Segement Cloud & Cognitive Software wuchs IBM währungsbereinigt um 7% und erzielte einen Umsatz von 5,2 Milliarden Dollar. Mit Cloud & Data Platform wuchs der Konzern gar um 32%. Dies sei von Red Hat angeführt worden, schreibt IBM.
IBM hatte Red hat 2018 für mehr als 30 Milliarden Dollar gekauft. Das trieb allerdings auch die Schulden hoch: IBM stand zuletzt mit mehr als 60 Milliarden Dollar in der Kreide, während die Geldreserven bei 12 Milliarden Dollar lagen.

Der neue CEO beruhigt die Investoren

IBM schwächelt schon lange im traditionellen Hardware-Kerngeschäft, verbucht aber immerhin starkes Wachstum in der Cloud-Sparte. Deren bisheriger Leiter Arvind Krishna hatte jüngst den Chefposten von Ginni Rometty übernommen.
Seine Vorgängerin hatte in ihrer Amtszeit seit 2012 versucht, IBM durch einen tiefgreifenden Konzernwandel hin zu neuen Geschäftsfeldern wie Cloud-Dienste, Datenanalyse und Künstliche Intelligenz neu aufzustellen. Der Erfolg hielt sich bislang jedoch in Grenzen, Quartale mit Geschäftszuwächsen bleiben selten.
Krishna versuchte nun, die Anleger zu beruhigen. IBM habe langfristige Verträge mit grossen Kunden, daher seien stabile Einnahmen weiterhin sicher, betonte er. Zugleich habe die Krise den Unternehmen gezeigt, dass sie ihr Geschäft entschlossener modernisieren müssten – und hier wolle IBM mit KI-Expertise bereitstehen.
Mit mehr Homeoffice werde auch die Nachfrage nach Cloud-Diensten steigen. Auch bei IBM arbeiten rund 95% der 350'000 Angestellten remote, wie Krishna unterstrich.

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