IBM hostet Second Life - mindestens für sich selbst

3. April 2008, 11:41
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Second Life auf dem Weg vom Lifestyle-Hype zum Business-Collaboration-Tool?

Second Life auf dem Weg vom Lifestyle-Hype zum Business-Collaboration-Tool?
Während die virtuelle 3D-Welt Second Life nach dem grossen Hype und der darauffolgenden Ernüchterung in vielen Medien - die vorher nicht genug darüber berichten konnten - zum Thema non grata geworden ist, hält IBM der virtuellen Welt weiterhin die Stange.
IBM war schon seit langem das Unternehmen, das Second Life am stärksten genutzt und seinen Gebrauch auch unter den eigenen Angestellten propagiert hat - inklusive eigenem "Second Life"-Knigge". Mehr als 6000 IBM-Angestellte frequentieren Second Life (oder haben midestens einmal einen Blick hinein geworfen.)
Im Vorfeld der "Virtual Worlds Conference 2008", die diese Woche in San Fancisco stattfindet, hat IBM nun, wie 'Reuters' berichtet, angekündigt, in Zukunft selbst einen Teil von Second Life hosten zu wollen - allerdings vorerst nur für den Eigengebrauch. IBM hat dazu ein Abkommen mit Linden Labs, dem Betreiber von Second Life abgeschlossen, um die Software nützen zu können.
IBM als Second-Life-Reseller?
Gemäss dem Plan wird IBM einen "privaten" Teil von Second Life auf seinen eigenen Servern betreiben. IBM-Angestellte, aber nur diese, werden frei zwischen dem öffentlichen und dem Big-Blue-Gebiet von Second Life hin- und her wechseln können. Letzterer ist vor allem dazu da, den IBM-Leuten vertrauliche Meetings zu erlauben. Er befindet sich hinter der Unternehmens-Firewall und was dort gesagt beziehungsweise geschrieben wird, läuft nicht über die Server von Linden Labs.
Wie bei vielem, was IBM für seine interne IT tut, ist aber der Eigenbrauch nicht das einzige Ziel: Mit der Zeit will IBM solche privaten Second Life-Weltchen möglicherweise auch anderen Firmen anbieten. Zwar haben viele Unternehmen ihre früheren Marketing-Bemühungen in Second Life wieder weitgehend aufgegeben. Manche von ihnen würden es aber gerne, so einige Experten, vermehrt, als Alternative zu normalen Collaboration-Lösungen oder teuren Videokonferenzen für (hauptsächlich informelle) virtuelle Mettings benützen. In vielen Fällen stünden dem aber noch Sicherheitsbedenken entgegen.
Und vielleicht noch ein Hintergedanke: IBM hat in letzter Zeit sowohl seine Mainframes als auch seine Blue Gene-Supercomputer als die im Prinzip bessere Hardware-Alternative zum Betrieb von virtuellen Welten propagiert, als die heute hauptsächlich benutzten Cluster aus normalen Servern. Mit dem eigenen second Life könnte dies eventuell demonstriert werden. Auf welcher Hardware IBM seinen Second Life-Teil betreiben möchte, wurde allerdings nicht bekannt gegeben.
IBM möchte nach eigenem Bekunden gerne der "Ecosystem leader" im Bereich 3D-Internet werden, und das Second-Life-Hosting reiht sich ein in eine ganze Reihe von Initiativen auf diesem Gebiet. Mehr darüber findet man hier. (hjm)

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