IBM kauft Red Hat

28. Oktober 2018, 21:44
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Verzweiflungstat oder Geniestreich? IBM will mit dem Kauf von Red Hat für 34 Milliarden Dollar zum führenden Hybrid-Cloud-Player werden.

34 Milliarden Dollar: So viel Geld will IBM für den Kauf von Red Hat auf den Tisch legen. IBM werde damit zum "führenden Hybrid-Cloud-Player", heisst es. IBM bezahlt - bei zuletzt sinkenden Preisen für Tech-Aktien - eine Prämie von über 60 Prozent für Red Hat.
Ist es eine Verzweiflungstat? Oder doch ein Geniestreich? IBM will für 34 Milliarden Dollar (!) in Cash (!) den Open-Source-Spezialisten Red Hat übernehmen. Red Hat gehört zu den Überfliegern in der Szene der Hersteller von Software für den Bau und das Management von Clouds. Doch der Preis, den IBM für Red Hat zu zahlen bereit ist, ist sehr hoch. Big Blue will den Aktionären von Red Hat 190 Dollar pro Aktie anbieten, 62 Prozent mehr als die Papiere vergangenen Freitag gekostet haben.
IBM verspricht, die Open-Source-Orientierung von Red Hat beizubehalten. Red Hat werde eine eigene Einheit innerhalb von IBMs Hybrid-Cloud-Team bleiben, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Übernahme durch IBM werde Red Hat ein breiteres Publikum verschaffen und gleichzeitig die Kultur der Firma erhalten, lässt sich Red-Hat-Chef-CEO Jim Whitehurst zitieren.
IBM werde durch die Übernahme die Nummer Eins als Hybrid-Cloud-Provider. IBM selbst betreibt eigene Clouds und will etwa in der Schweiz zusammen mit Avaloq eine "Swiss Banking Cloud" aufbauen., konnte aber trotzdem nicht mit AWS, Microsoft oder Alibaba mithalten.
Ein hoher Einsatz
IBM will die sehr teure Übernahme aus eigenen Mitteln bestreiten und sich zusätzlich dafür verschulden. Ausserdem stoppt IBM das Aktienrückkaufprogramm für 2020 und 2021, wird aber weiterhin Dividenden ausschütten. Man wird sehen, ob die IBM-Aktionäre Freude an dem Deal haben.
Der Hintergrund: "Big Blue" ist in den sechs Jahren vor 2018 durchgehend geschrumpft. Und man fragt sich, ob die Konzentration auf das AI-System Watson eine gute Strategie war. (hc)
Hinweis: Lesen Sie auch unser Exklusiv-Interview mit Red-Hat-CEO Jim Whitehurst von Anfang Monat.

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