IBM lanciert nächste CPU-Generation

8. Februar 2010, 10:01
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Power7 soll die Konkurrenz im Unix-Markt leer schlucken lassen.

Power7 soll die Konkurrenz im Unix-Markt leer schlucken lassen.
IBM wird zwar seine neue "Power7"-CPU erst im Laufe des heutigen Tages offiziell enthüllen, hat aber viele englischsprachige Medien bereits vorinformiert. Gemäss den Berichten weist Power7 acht Prozessorkerne auf, die je vier, also ingesamt 32 parallele Softwarethreads verarbeiten können. Insgesamt soll er rund viermal soviel Leistung bringen wie sein Vorgänger "Power6".
Vor allem aber nimmt IBM für sich in Anspruch, mit dem Power7 die momentan mit Abstand beste Kombination zwischen der Rechenkraft der einzelnen Kerne – wichtig für Applikationen, die hohe Taktraten und viel Speicher verlangen – und der Anzahl der Threads – wichtig für Software wie beispielsweise Java-Applikationen, die durch die parallele Verarbeitung beschleunigt werden können – bieten zu können.
Einige Kommentatoren glauben, dass es IBM mit dem Power7 auch tatsächlich gelungen ist, den gegenwärtigen Leistungsmassstab für Serverprozessoren zu setzen. Damit könnte Big Blue seine Marktführung im Unix-Server-Bereich festigen oder sogar weiter ausbauen. IBM hat in den letzten Jahren vor allem auf Kosten von Sun Unix-Marktanteile hinzugewonnen. Gemäss IDC hat IBM in diesem Segment gegenwärtig einen Marktanteil von 39 Prozent.
IBM hat gemäss den Presseberichten vorerst zwei neue, auf dem Power7-CPUs basierende Serverlinien angekündigt, das Midrange-System Power 770 und das High-end-System Power 780. Beide können mit bis zu acht Power7-CPUs ausgerüstet werden.
Hinzu kommt ein neuer, auf Power7 basierender "Node" für Supercomputer. Dieser dürfte die Grundlage für den "Blue Waters"-Supercomputer sein, den IBM für die Universität von Illinois baut. "Blue Waters" soll neue Masstäbe setzen und rund fünfmal so viel Leistung bringen wie der heutige Spitzenreiter "Jaguar". Und noch ein kleines Faktoid für Science-Fiction-Fans: Blue Waters wird sinnigerweise in Urbana-Champaign gebaut, am gleichen Ort, wie einst der fiktive intelligente Computer "HAL 9000", der eigentliche Star in Stanley Kubricks "2001: A Space Odyssey". (hjm)

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