IBM lanciert Offensive im Unix-Markt

17. August 2010, 14:06
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'Big Blue' lanciert eine neue Generation der "Power"-Unix-Server und reklamiert massiven Gewinn an Marktanteilen im 13-Milliarden-Dollar-Markt.

'Big Blue' lanciert eine neue Generation der "Power"-Unix-Server und reklamiert massiven Gewinn an Marktanteilen im 13-Milliarden-Dollar-Markt.
Zum Launch der neuen, "Power7" genannten Generation von Unix-Servern, spielt IBM gegenüber der wenigen, noch übrig gebliebenen Konkurrenz im weltweit 13 Milliarden Dollar schweren Unix-Markt mit den Muskeln. Allein im letzten Quartal hätten 285 Kunden zentrale Geschäftsanwendungen von Oracle (171) und HP (86) auf IBM Systeme migriert. Damit habe man seit 2005 nicht nur im Unix-Segment 14 Prozent an Marktanteilen gewinnen können, sondern der Konkurrenz insgesamt über 2600 Kunden wegschnappen und auf die Power-Systeme bringen können. Von besonderer Bedeutung sei, so IBM weiter, dass sich die Zahl der Kunden, die verteilte x86-Systeme durch Migration auf Power konsolidiert hätten, im ersten Quartal 2010 vervierfacht habe.
Bis zu 1000 Servern auf einem Rechner
Ab Mitte September will IBM ihre heute vorgestellten neuen Power-7-Server verfügbar haben. Das inzwischen gut 20 Jahre alte System Power wird nach einer festen Roadmap jeweils nach drei Jahren erneuert. Diesmal haben sich die Entwickler für die vier neuen Gerätefamlien, die auf der neuen Generation von IBMs "Power" CPUs aufbauen, insbesondere auf Ausbauten für datenintensive Anwendungen konzentriert.
Das neue, Power 795 genannte Flagschiff von IBM im Unix-Markt, verfügt über bis zu 256 Rechenkerne und soll bei der Energieeffizienz fünfmal besser sein als vergleichbare Server von Oracle und HP. Zum Einsatz kommt dafür eine EnergyScale genannte Technologie, die die Taktfrequenzen abhängig von Arbeitslasten variiert. Der Server verfügt über bis zu 8 TByte Hauptspeicher und bringt laut Big Blue viermal mehr Leistung als das schnellste Vorgängermodell - ohne dabei mehr Energie zu verbrauchen. Weil die Power-7-Technologie bis zu vier mal mehr Prozessorkerne als bisher unterstützt und die aktuelle PowerVM Virtualisierungssoftware nutzt, sollen in Zukunft bis zu 1000 virtuelle Server auf einem einzigen realen System zu fahren sein. Wer an Kapazitätsgrenzen bei Energieverbrauch, Raum und Kühlung im Rechenzentrum stösst, soll nach einer Konsolidierung auf den Neuling sowohl zu freiem Platz als auch zu einer um bis zu 75 Prozent reduzierten Energieaufnahme kommen können.
Appliances für Datenanalyse und Entwicklung
Neben dem Highend-System IBM Power 795 lancierte IBM heute vier Einstiegsserver mit Power-7-Prozessoren, die mittelständische Kunden adressieren. Zudem gibt es Power-7-basierte Appliances, so ein "Smart Analytics" genanntes System zur Informationsanalyse im Echtzeitbetrieb, das auch "sehr grossen Datenmengen" standhalten soll. Ebenfalls neu ist eine Appliance für Software-Entwickler, die aus einem Express-Server samt vorkonfigurierter Rational-Software auf AIX besteht.
Die vier neuen Express-Server heissen Power 710, 720, 730 und 740. Sie werden in der Rack- oder Tower-Version geliefert und sollen auch kleinere Firmenkunden von den Vorteilen der Power-7-Leistung überzeugen. Die Express-Server laufen mit über 15‘000 verfügbaren Anwendungen auf Basis der Plattformen AIX, IBM i und Linux, schreibt IBM. Zudem hat Big Blue auch die siebte Version des UNIX Betriebssystems AIX angekündigt. (vri)

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