IBM lanciert reine Linux-Mainframes

18. August 2015, 09:44
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"Emperor" basiert auf System-z-Hardware, ist aber für reinen Linux-Betrieb ausgelegt.

"Emperor" basiert auf System-z-Hardware, ist aber für reinen Linux-Betrieb ausgelegt.
IBM unterstützt schon seit 15 Jahren den Betrieb von Linux auf seinen Mainframes. Rund 30 Prozent der Mainframe-Kunden betreiben darauf auch Linux-Anwendungen. Nun hat der blaue Riese erstmals ein Mainframe-System lanciert, das ausschliesslich für den Betrieb von Linux-Applikationen ausgelegt ist. "Emperor" - der Name ist vom Kaiserpinguin abgeleitet - basiert auf dem z13-Grossrechner. Laut IBM können darauf bis zu 8000 virtuelle Linux-Maschinen betrieben werden. Neben Emperor hat IBM auch das kleinere System "Rockhopper" ("Felsenpinguin") lanciert.
Beide sind Teil des neuen LinuxONE-Portfolios, das auch zu den neuen Linux-Maschinen gehörende Software und Services umfasst. IBM hofft damit vor allem Kunden gewinnen zu können, die Linux-Applikationen auf besonders sicheren Plattformen betreiben möchten. Zu den Security-Features der LinuxONE-Systeme gehört unter anderem das "Protected-Key"-Tool, das deutlich leistungsstärker als vergleichbare Secure-Key-Technologien sein soll.
Umfassende Linux-Offensive
LinuxONE ist nur ein Teil einer grösseren Open-Source-Offensive, mit der IBM das Geschäft mit seinen Servern neu beleben möchte. Der Mainframe-Anbieter unterstützt den Einsatz einiger neuer bekannter Open-Source- und Branchenlösungen, und zwar sowohl auf LinuxONE als auch auf klassischen System-z-Mainframes. Darunter befinden sich Apache Spark, Node.js, MongoDB, MariaDB, PostgreSQL, Chef und Docker. Ausserdem hat SUSE die Unterstützung des KVM -Hypervisors auf System-z angekündigt, und IBM und Canonical wollen den Einsatz von Ubuntu auf z-Systemen ermnöglichen.
Laut IBM geht die Integration der Open-Source-Technologien so weit, dass für ihren Betrieb auf den Mainframes keine speziellen plattformspezifischen Fähigkeiten notwendig seien. Dies würde die Administration vereinfachen und vor allem eines der Hauptprobleme von Mainframe-Kunden - den Mangel an Fachleuten mit eben diesen Mainframe-spezifischen Kenntnissen - umgehen.
Gratis-Zugriff auf Entwickler-Cloud
Zusätzlich versucht IBM, die Community von Entwicklern von Open-Source-Lösungen für Mainframes zu stärken und besser zu vernetzen. Big Blue unterstützt dafür das neue "Open Mainframe Project" der Linux-Foundation, unter anderem mit Mainframe-Code, der unter Open-Source-Lizenz gestellt wird. Dabei handelt es sich insbesondere um Mainframe-Hochverfügbarkeitstechnologien.
"Linux auf dem Mainframe hat mittlerweile eine kritische Masse erreicht, so dass Anbieter, Nutzer und die Wissenschaftscommunity ein neutrales Forum benötigen, in dem sie zusammenarbeiten können, um Linux-Tools und -Technologien voranzubringen und die Innovationen im Unternehmen zu beschleunigen", kommentiert Jim Zemlin, der Executive Director der Linux Foundation. "Das Open Mainframe Project ist eine direkte Antwort auf die Anforderungen der Linux-Anwender und des unterstützenden Open Source-Ökosystems, um die besonderen Eigenschaften und Anforderungen rund um Mainframes für Sicherheit, Verfügbarkeit und Leistung zu adressieren."
Des weiteren erhalten Entwickler einen kostenlosen Zugang zu Mainframe-Umgebungen via die "LinuxONE Developer Cloud". Diese soll die Erstellung, Prüfung und das Testen von neuen Anwendungen ermöglichen, inklusive Test-Verbindungen zu Systemen, mobilen und Hybrid-Cloud-Anwendungen. (hjm)

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