IBM, Novell, Sony und Co. gründen "Patenteinkaufsgemeinschaft"

10. November 2005, 10:55
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Open Source-Gemeinde soll vor Patentrechtsklagen geschützt werden.

Open Source-Gemeinde soll vor Patentrechtsklagen geschützt werden.
IBM, Sony, Philips, Novell und Red Hat haben gemeinsam ein Non-Profit Unternehmen gegründet. Die "Open Invention Network" genannte Organisation hat die Aufgabe, im Zusammenhang mit Linux stehende Patente einzukaufen. Unternehmen können sich dem Netzwerk anschliessen und die von diesen Patenten beschriebenen Technologien nutzen, ohne dafür Lizenzkosten zu bezahlen. Im Gegenzug müssen sie aber darauf verzichten, bei anderen Mitgliedern des Netzwerks Gelder für allfällige eigene Patente einzufordern.
Wieviel Geld die Gründungsmitglieder eingeschossen haben, ist nicht bekannt. Eines der ersten "Besitztümer" der Organisation sollen die im Frühjahr von Novell gekauften Patente aus der Konkursmasse von CommerceOne sein.
Interessant ist, dass mit Sony und Philips auch zwei Unternehmen mitmachen, die hauptsächlich im Bereich Unterhaltungselektronik angesiedelt sind. Dies ist ein Zeichen dafür, dass Linux und Open Source-Lösungen, wenn auch etwas versteckt, auch in diesem Bereich wichtiger werden.
Patente sind einer der wunden Punkte in der Open Source-Szene. Da es schwierig ist, den Überblick über alle in die Software einfliessende Codeteile zu behalten, könnten theoretisch plötzlich Patentforderungen auf Entwickler und -Anwender zukommen. Microsoft und andere Konkurrenten versuchen denn auch oft, in ihren gegen Linux und Open Source-Lösungen gerichteten Marketingmassnahmen diese Gefahr an die Wand zu malen. Konkret ist allerdings bisher – abgesehen von der Aufsehen erregenden, aber inzwischen ziemlich versandeten Milliardenklage von SCO gegen IBM – nicht viel geschehen.
Trotzdem gibt es von den grossen Playern immer wieder Initiativen, um die Unsicherheit zu verringern. So haben zum Beispiel IBM und andere Unternehmen bereits viele eigene Patente für die öffentliche Nutzung freigestellt, während zum Beispiel HP seine Linux-Kunden gegen Patentansprüche versichert. (Hans Jörg Maron)

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