IBM propagiert den "Microsoft-freien" PC

7. August 2008, 17:04
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'Big Blue' will zusammen mit Linux-Distributoren Hardware-Herstellern und Systemintegratoren branchenspezifische Sets von Betriebssystem und Anwendungen für den "Microsoft-freien PC" zur Verfügung stellen.

'Big Blue' will zusammen mit Linux-Distributoren Hardware-Herstellern und Systemintegratoren branchenspezifische Sets von Betriebssystem und Anwendungen für den "Microsoft-freien PC" zur Verfügung stellen.
An der in diesen Tagen in San Francisco stattfindenden Konferenz 'LinuxWorld' hat IBM einen weiteren Angriff auf die Dominanz von Microsoft lanciert. Zusammen mit den Linux-Distributoren Novell, Red Hat und Canonical (Ubuntu) will IBM PC-Hersteller und Systemintegratoren gewinnen, die ihren Kunden branchenspezifische, "Microsoft-freie" PCs und Serversysteme samt Applikationen anbieten sollen.
Es sei für einen PC-Hersteller viel profitabler, seinen Kunden Linux-Systeme zu verkaufen, als solche mit einem Microsoft-Betriebssystem, heisst es aus dem Hause IBM. Als Alternative zu Office, Outlook & Co. schlägt IBM - welche Überrachung! - die Lösungen aus dem eigenen Hause vor. Diese werden unter dem Überbegriff "IBM open collaboration client solution" (OCCS) zusammengefasst und umfassen Lösungen für die Kommunikation und Zusammenarbeit (Lotus Notes und Domino), IBMs eigenes Open-Office-Derivat "Symphony" als Bürolösung sowie Websphere für den Bau von Dokumentenverwaltungssystemen und ähnlichem.
Lokale und oder auf bestimmte Branchen fokussierte Lösungsanbieter sollen dann zusammen mit den IBM-Entwicklungsplattformen (Lotus Expeditor, Eclipse) auf Linux-basierende Systeme entwickeln und ihren Kunden anbieten. Diese PC-Lösungen sollen nicht nur auf Branchen (z.B. Finanzindustrie) und ihre Bedürfnisse ausgerichtet sein, sondern auch Rollenspezifische Software-Sets enthalten. IBM spricht beispielsweise von Systemen für Behörden samt Dokument- und Fall-Management, Schulen oder die Finanzindustrie.
Russische Post spart 30 Prozent der Kosten pro PC
In der Mitteilung zum Start der IBMschen Anti-Microsoft-Initiative wird ein Beispiel genannt. Der österreichische Distributor VDEL habe auf russische Verhältnisse ausgerichtete PCs mit Red Hat Linux und OCCS entwickelt, die im Markt sehr gut angekommen seien. So habe die russische Post einen Pilot-Roll-Out gemacht und dabei Einsparungen von 30 bis 35 Prozent der Kosten pro Arbeitsplatz erzielt. Sagt IBM. (Christoph Hugenschmidt)

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