IBM schärft seine Klingen

9. Februar 2006, 11:41
  • rechenzentrum
  • ibm
image

Neue Server-Blades und ein neues Chassis mit bis zu zehnmal höherer interner Bandbreite.

Neue Server-Blades und ein neues Chassis mit bis zu zehnmal höherer interner Bandbreite.
IBM hat heute die Lancierung einer neuen Generation von Blade-Chassis und Server-Blades angekündigt.
Das neue Hochleistungs-Chassis "BladeCenter H" (Bild) soll den einzelnen Blades durch einige technologische Änderungen mehr als 40 Gigabit pro Sekunde interne Bandbreite zur Verfügung stellen, bis zu zehnmal mehr als bisher. Erreicht wird das unter anderem durch einen gemeinsam mit Cisco entwickelten InfiniBand-Switch, der viermal schneller sein soll, als frühere Generationen. Als Anwendungsgebiet nennt IBM vor allem Data Warehousing- und andere leistungshungrige analytische Softwareapplikationen, zum Beipiel in der Finanzindustrie und im Retail, im Gesundheitswesen, der Pharmaindustrie oder bei Telcos. BladeCenter H kann bis zu 14 Server-Blades aufnehmen.
Der erste der neuen Blade-Server, der "BladeCenter JS21", ist gemäss IBM das erste erhältliche Blade mit eingebauten Virtualisationsmöglichkeiten. Es basiert auf einem Dual-Core-Power-Prozessor und ist vor allem für Einsätze in der Bioinformatik, der Erdölindustrie und im Retail und allgemein für Grid Computing konzipiert.
Das "BladeCenter HS20" bietet gemäss IBM das verglichen mit der Konkurrenz beste Verhältnis von Leistung zu Energieverbrauch, und soll damit die Kühlungsprobleme und die Energiekosten in Datenzentren vermindern. Es basiert auf einem Dual-Core-Prozessor von Intel.
Ein "Cell"-Blade
Am ungewöhnlichsten ist wohl das dritte neue Blade, das mit eine "Cell"-Prozessor ausgerüstet werden wird. Der von IBM, Sony und Toshiba gemeinsam entwickelte Hochleistungsprozessor "Cell" soll also nicht nur in Spielkonsolen wie der PlayStation3 verbaut, sondern auch für andere Zwecke eingesetzt werden.
Das "Cell Blade" ist aber vorerst wohl eine Art Versuchsballon. IBM hofft, dass Kunden damit Tests fahren und eigene Anwendungsmöglichkeiten finden. "Cell" erreicht theoretische Leistungsdaten, die noch vor wenigen Jahren einem Supercomputer zur Ehre gereicht hätten. Diese Leistung dürfte aber hauptsächlich auf grafische Aufgaben beschränkt sein, für die der mit neun Prozessorkernen ausgestattete Chip ursprünglich entwickelt wurde. IBM sieht mögliche Einsatzgebiete beim Multimedia-Streaming, vor allem von Videos, oder zum Beispiel in der medizinischen Bildverarbeitung.
Das BladeCenter H und das BladeCenter JS21 werden gemäss IBM auch in der Schweiz ab März erhältlich sein, BladeCenter HS20 voraussichtlich ab April. Die "Cell"-Blades sollen im 3. Quartal 2006 generell erhältlich werden, und sind gemäss IBM über Special Bid begrenzt bereits jetzt verfügbar. Der neue InfiniBand Switch von Cisco soll im zweiten Quartal auf den Markt kommen.
Das BladeCenter H kostet gemäss US-Listenpreisen ab 3849 Dollar, ein BladeCenter JS21 ab 2499 Dollar und ein BladeCenter HS20 ab 1749 Dollar. Die Preise für die Cell-basierten Blades wurden noch nicht angegeben.(Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

Zurich wechselt in die AWS-Cloud

Bis 2025 sollen bei der Versicherung rund 1000 Anwendungen auf AWS migriert werden. Damit will Zurich 30 Millionen Dollar im Jahr sparen können.

publiziert am 31.1.2023
image

Auch bei IBM stehen weltweit Entlassungen an

Der Konzern will rund 4000 Jobs streichen. Betroffen sind diejenigen Bereiche, die nicht in Kyndryl und Watson Health ausgelagert wurden.

publiziert am 26.1.2023
image

IBM-Forscher und Nobelpreisträger Karl Alex Müller gestorben

Der Schweizer ist am 9. Januar im Alter von 95 Jahren gestorben. Vor rund 60 Jahren begann er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für IBM zu arbeiten.

publiziert am 17.1.2023
image

Erstes Green-RZ in Dielsdorf live

Ziemlich genau ein Jahr nach der Ankündigung des Metro-Campus wurde das erste Datacenter in Betrieb genommen. Es bietet Platz für rund 80'000 Server.

publiziert am 17.1.2023