IBM schottet deutsches RZ gegen jeden US-Zugriff ab (sagt IBM)

25. Januar 2018, 15:51
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IBM verspricht deutschen und europäischen Kunden eine neue Möglichkeit, ihre Daten vor unerwünschten Zugriffen, insbesondere durch US-Behörden, zu schützen.

IBM verspricht deutschen und europäischen Kunden eine neue Möglichkeit, ihre Daten vor unerwünschten Zugriffen, insbesondere durch US-Behörden, zu schützen. Weil sich viele europäische Kunden Sorgen um die Sicherheit ihrer Daten machen würden, habe IBM sein deutsches Cloud-Zentrum in Frankfurt gegen Zugriffe aus Übersee abgeriegelt, berichtet die Nachrichtenagentur 'dpa'.
"Es ist nicht möglich, von ausserhalb der EU Zugriff auf die Daten zu haben", wird Yasser Eissa, der Vizechef für das IBM-Cloudgeschäft in Europa, von 'dpa' zitiert. Ausgenommen seien lediglich die Mitarbeiter der Kundenfirmen selbst.
IBM-Mitarbeitende in den USA haben dagegen laut Eissa keinen Zugriff, nur Mitarbeitende in Deutschland. "Wir sagen jeglicher Behörde in den USA, das sind nicht unsere Daten, wir haben keinen Zugriff darauf", sagte Eissa.
Die 'Computerwoche' hat allerdings nachgefragt, was dies denn konkret bedeutet, wenn eine US-Behörde eine Datenherausgabe anordnet. Die Antwort fiel unserer Ansicht nach nicht ganz befriedigend aus. Grundsätzlich würden Daten nur auf einen gerichtlichen Beschluss hin freigegeben, so Eissa laut 'Computerwoche'. Und auf die Daten in Frankfurt hätten nur IBM-Mitarbeiter in Deutschland Zugriff.
Zweifel scheinen uns weiterhin angebracht, ob IBM als US-Konzern nicht auf einen US-Gerichtsbeschluss hin trotzdem Daten herausgeben müsste, auch aus dem Frankfurter RZ. Dies insbesondere, als Eissa laut 'Computerwoche' gleichzeitig das Modell von Microsoft, mit dem der IBM-Konkurrent deutschen Kunden Schutz vor US-Zugriff geben will, in Zweifel zog. Microsoft lässt eines seiner Rechenzentren von T-Systems in einem "Treuhändermodell" verwalten. Eigene Mitarbeiter haben laut Microsoft keinerlei Zugriff auf die dort gespeicherten Daten – auch nicht deutsche Microsoft-Leute.
Ob dadurch tatsächlich ein Zugriff von US-Behörden ausgeschlossen ist, sei aus der Sicht von Eissa zumindest zweifelhaft, schreibt die 'Computerwoche', denn es gebe ja bislang keinen Präzedenzfall. (hjm)

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