IBM: Schrumpfkurs und Frühlingsgefühle

21. April 2015, 09:30
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Ein starker Jahresanfang, findet Ginny Rometty.

Ein starker Jahresanfang, findet Ginny Rometty.
IBM hat im ersten Quartal dieses Jahres noch 19,6 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Verglichen mit dem ersten Quartal 2014 entspricht dies einem Umsatzrückgang um 12 Prozent. Gleichzeitig ist dies das zwölfte Quartal in Folge, in dem der IBM-Umsatz im Jahresvergleich rückläufig war. Der Umsatzrückgang wurde zu einem grossen Teil durch den Verkauf des x86-Servergeschäfts verursacht, der bei den Hardwareumsätzen zu einem starken Rückgang führte. Zudem litten die IBM-Zahlen unter dem gestiegenen Dollarkurs. Allerdings hätte auch bei konstantem Wechselkurs nicht nur der Hardwarebereich, sondern auch die Bereiche Software und Services leichte Umsatzrückgänge verbucht. Das 'Wall Street Journal' findet deshalb insgesamt, dass der "schmerzvolle" Umbau bei IBM weitergehe.
Von Schmerzen war allerdings in den Kommentaren der IBM-Verantwortlichen nicht viel zu spüren. Sowohl CEO Ginny Rometty als auch ihr Finanzchef Martin Schroeter sprachen übereinstimmend von einem "starken Jahresbeginn" für ihr Unternehmen. Und auch die Aktionäre empfanden die Quartalszahlen als überraschend positiv und liessen den Aktienkurs um run drei Prozent steigen.
"Strategische Imperative"
Dies lag vor allem daran, dass IBM über eine positive Entwicklung in den Bereichen berichten konnte, auf die man in Zukunft am meisten setzt - den "strategischen Imperativen" des Unternehmens, wie Schroeter sie nennt. Dazu gehört unter anderem der Bereich Business Analytics, dessen Umsatz laut IBM um 12 Prozent stieg. Im Hardwarebereich stieg der Umsatz mit System-z-Mainframes laut IBM um mehr als das Doppelte. Nach der Lancierung einer neuen Mainframe-Generation sind allerdings Umsatzsprünge normal. IBM hat in diesem Januar die neue Mainframe-Generation z13 auf den Markt gebracht.
Der Hauptaugenmerk von IBM gilt jedoch gegenwärtig der Steigerung der Cloud-Umsätze. Dieses Jahr sollen 4 Milliarden Dollar in Software und Services investiert werden, die "in der Cloud geliefert" werden. Dieser Bereich, so IBM, habe gegenwärtig aufs Jahr hochgerechnet einen umsatz von 25 Millarden Dollar, was 27 Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens entspreche. Bis 2018 soll der Anteil auf 40 Prozent wachsen.
Allerdings ist nicht ganz klar, was IBM alles zu dieser Kategorie "Software and services delivered in the cloud" zählt. In der enger gefassten Kategorie "Cloud delivered as a Service" betragen die Jahreseinnahmen laut IBM gegenwärtig hochgerechnet 3,8 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr waren es noch 2,4 Milliarden Dollar. In diese Kategorie dürften hauptsächlich die Umsätze einfliessen, die IBM mit seiner "Softlayer"-Cloud-Plattform macht. (hjm)

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