IBM Schweiz will von der Krise profitieren

18. Februar 2009, 10:56
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Trotz zunehmend schlechterer Wirtschaftslage will IBM Schweiz auch 2009 und 2010 wachsen. Wieder einmal Anlauf im KMU-Geschäft.

Trotz zunehmend schlechterer Wirtschaftslage will IBM Schweiz auch 2009 und 2010 wachsen. Wieder einmal Anlauf im KMU-Geschäft.
Gestern Abend informierte IBM-Schweiz-Chef Daniel Rüthemann an einer Medienveranstaltung über die Strategie von 'Big Blue' in der Schweiz. Er glaubt, dass die (Finanz-)Krise dem IT-Dienstleistungsriesen neue Opportunitäten eröffnen könnte. "Die Finanzindustrie überdenkt heute ihre Sourcing-Modelle," so Rüthemann. Mit dem Auslagern von Geschäftsprozessen (z.B. Zahlungsverkehr oder die Abwicklung des Wertschriftengeschäfts) lassen sich gemäss Rüthemann wesentlich höhere Einsparungen erzielen, als mit dem blossen Auslagern der Informatik. Er erwartet, dass spätestens 2010 die ersten grossen 'Business-Process-Outsourcing'-Deals zustande kommen.
Damit ist IBM keineswegs alleine. Auch die Swisscom-Tochter Comit stösst bekanntlich ins gleiche Horn.
IBM sieht für die nahe Zukunft gute Geschäftschancen in drei Segmenten: Der Finanzindustrie, dem öffentlichen Sektor und dem KMU-Umfeld. Die Botschaft, dass IBM zusammen mit Partnern (sie heissen nun "Intermediäre" im IBM-Lingo) "KMU-tauglich" werden will, hört man nicht zum ersten Mal. Doch heute seien Technologien und Konzepte wie Software-as-a-Service in der Realität umsetzbar, so Rüthemann.
Kein Abbau von "Contractors" und Stellen geplant
Konkrete Zahlen nennt IBM zum Geschäft in einzelnen Ländern nicht. Immerhin war zu erfahren, dass man hofft, im Service-Geschäft um drei bis vier Prozent zu wachsen und dass es keine Pläne für Stellenabbau gäbe. Selbst die Zahl der freien Mitarbeitenden, der Contractors, deren Bezüge in der Schweiz ganz massiv unter Druck geraten sind soll stabil bleiben. "Es gibt keinen Plan zum Abbau der externen Mitarbeitenden," so Rüthemann auf Nachfrage.
Mitmischen im Strommarkt
Ein weiterer Fokus von IBM liegt bei der Energieversorgung. Nicht nur will man Strom in Rechenzentren sparen und Abwärme nutzen, sondern IBM will zusammen mit Energieversorgern und weiteren Partnern den Berner Vorort Ittigen zu einer "Smart City" machen. IBM will in der Kleinstadt zusammen mit den Berner Kraftwerken BKW und der Post die Produktion, Verteilung und Nutzung der Energie besser gestalten. So geht es beispielsweise darum, Systeme zu schaffen, mit denen man die zeitliche Nutzung von energiefressenden Geräten wie Tumbler über Internet steuern kann. (Christoph Hugenschmidt)

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