IBM steht vor der nächsten Reorg

21. Januar 2015, 09:56
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Nach schlechten Zahlen muss CEO Rometty jetzt handeln. Der nächste Umbau steht bevor.

Nach schlechten Zahlen muss CEO Rometty jetzt handeln. Der nächste Umbau steht bevor.
IBM kommt nach wie vor nicht vom Fleck. Galten die Geschäftszahlen schon vor einem Jahr als mies, präsentiert sich die Lage im nun abgeschlossenen vierten Quartal noch desolater. Der Gesamtumsatz schrumpfte um 12 Prozent auf nur noch 24,1 Milliarden Dollar, während der Gewinn um 11 Prozent auf 5,5 Milliarden sank. In allen Sparten waren die Geschäfte rückläufig, vor allem aber im Hardware-Segment (siehe Tabelle).
In den Wachstumsmärkten Brasilien, Russland, Indien und China sackte das IBM-Geschäft um gut ein Fünftel ab, im Heimatland USA gab es einen Rückgang von neun Prozent. CEO Virginia Rometty, die seit 2012 an der Spitze des Konzerns steht, sprach in der Mitteilung zum Quartalsergebnis dennoch von Fortschritten beim Umbau. IBM positioniere sich für die Zukunft mit einem Fokus auf lukrativere Geschäftsbereiche.
Gestern tauchten glaubhafte Gerüchte auf, wonach IBM noch diese Woche eine weitere einschneidende Reorganisation ankündigen wird. 'The Channel' schreiben, dass es künftig nicht mehr die vier grossen Bereiche geben wird sondern viele kleinere Divisionen. Ausserdem seien auch Wechsel im Management und im Vertrieb zu erwarten.
In den letzten Jahren hat IBM etliche Restrukturierungen durchgeführt, um sich vom Computerhersteller zum Software- und Services-Anbieter zu wandeln. Doch CEO Rometty hat es nicht geschafft, den Koloss nachhaltig auf einen Wachstumspfad zu bringen - der Konzern schrumpft mittlerweile seit fast drei Jahren.
Zu Romettys Schwerpunkten für die Zukunft gehört auch der Supercomputer "Watson", den IBM zur Auswertung grosser Datenmengen in vielen Bereichen wie etwa dem Gesundheitswesen einsetzen will. Die Technologie erforderte aber hohe Investitionen und konnte bisher die Einbussen in anderen Bereichen noch nicht ausgleichen.
IBM musste bereits einräumen, dass frühere Gewinnvorhersagen für dieses Jahr nicht zu halten sein werden. Die Aktie gab nach den Quartalszahlen nachbörslich um mehr als zwei Prozent nach. (mim)

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