IBM trennt sich vom Printerbusiness

25. Januar 2007, 17:11
  • ibm
  • ricoh
  • verkauf
image

Zuerst geht der Printer-Vertrieb, später auch die Service-Leute an ein Joint Venture mit Ricoh.

Zuerst geht die Vertriebsorganisation an Ricoh, später sollen auch die Service-Leute wechseln.
IBM gibt nach den Speicherchips, den Harddisks und den PCs ein weiteres seiner traditionellen Geschäftsfelder auf. Ricoh und IBM werden und IBM werden vorerst ein Joint Venture auf Basis von "IBM Printing Systems Division" gründen, wie die beiden Unternehmen gerade bekannt gaben. Ricoh hält daran zuerst eine Mehrheit von 51 Prozent und soll in den nächsten drei Jahren schrittweise die verbleibenden 49 Prozent übernehmen. Die Printing Systems Division vertreibt vor allem Hochleistungsdrucker für Unternehmenskunden. Sie hatte zuletzt einen Jahresumsatz von rund einer Milliarde Dollar.
Das Joint Venture soll den Namen "InfoPrint Solutions Company" tragen. "InfoPrint" ist der Brandname der IBM-Drucker, den Big Blue an das neue Unternehmen abtritt. Das Joint Venture wird gemäss IBM mit weltweit rund 1200 Mitarbeitenden starten. IBM wird vorerst noch die Wartungsservices für Kunden der InfoPrint Solutions Company, die über eine Servicevereinbarung verfügen, erbringen. Mit der Zeit sollen aber auch die gegenwärtig rund 1000 IBM Servicespezialisten für Druckerwartung in das neue Unternehmen wechseln.
Ricoh zahlt IBM 725 Millionen Dollar für die Übernahme. Dies ist einerseits der Preis für die ersten 51 Prozent, und gleichzeitig eine Anzahlung für die restlichen 49 Prozent sowie Lizenzen von IBM und die Serviceleistungen, die IBM noch erbringt. Endgültig abgerechnet werden soll in drei Jahren. Der erste Teil des Deals soll im zweiten Quartal dieses Jahres über die Bühne gehen.
IBM verkauft seine Drucker unter der Marke IBM InfoPrint, stellte sie aber schon seit längerer Zeit nicht mehr selbst her, sondern bezog die Geräte von OEM-Herstellern. Für Ricoh steht also vor allem der Zugang zum Vertriebsnetz von IBM und seinen Kunden im Vordergrund. Ziel sei es, so Masamitsu Sakurai, President und CEO bei Ricoh, zu einem weltweit führenden Anbieter von Drucksystemlösungen zu werden.
IBM wiederum wird einen weiteren Bereich los, den CEO Samuel Palmisano nicht mehr zum strategischen Kernbusiness – höherwertige Hardware (Server, Storagesysteme usw), Software und natürlich Services für Unternehmen – zählt. (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Auch bei IBM stehen weltweit Entlassungen an

Der Konzern will rund 4000 Jobs streichen. Betroffen sind diejenigen Bereiche, die nicht in Kyndryl und Watson Health ausgelagert wurden.

publiziert am 26.1.2023
image

IBM-Forscher und Nobelpreisträger Karl Alex Müller gestorben

Der Schweizer ist am 9. Januar im Alter von 95 Jahren gestorben. Vor rund 60 Jahren begann er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für IBM zu arbeiten.

publiziert am 17.1.2023
image

IBM führt ein neues Partnerprogramm ein

Bei Big Blue soll es für Partner zu einer "bedeutenden Änderung" in der Zusammenarbeit kommen. Aus "PartnerWorld" wird "IBM Partner Plus".

publiziert am 4.1.2023
image

Quantencomputing: Uptown Basel will sich mit 433-Qubit profilieren

Auf dem Areal des Innovationsprojekts sollen Firmen auf die Quanteninfrastruktur von IBM zugreifen können. Leiter wird Damir Bogdan.

publiziert am 8.12.2022