IBM und NetApp verbünden sich gegen EMC

6. April 2005, 10:17
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IBM wird der grösste NetApp-Verkäufer

IBM wird der grösste NetApp-Verkäufer
IBM und Network Appliance haben heute die Unterzeichnung eines strategischen Bündnisses verkündet, dass explizit darauf abzielt, EMC Marktanteile abzujagen.
Ein Teil der verstärkten Partnerschaft zwischen IBM und NetApp ist ein OEM-Vereinbahrung, in deren Rahmen IBM eine grosse Reihe von Network Attached Storage (NAS)-Produkten sowie iSCSI/IP SAN Lösungen von NetApp unter dem eigenen Markennamen vertreiben wird. Darin eingeschlossen sind die "NearStore" und NetApp "V-Series"-Systeme sowie die dazugehörige Software.
Zusätzlich sollen die NetApp-Lösungen besser in IBMs Tivoli Storage Manager integriert werden. Im Gegenzug wird der Storage Manager NetApps "bevorzugte" Backup- und Recovery-Lösung und netAPP wird IBM seinen eigenen Kunden auch als bevorzugten Lieferanten empfehlen, wenn in Projekten Tape-Systeme miteinbezogen werden sollen.
IBM kann dadurch sein Storage-Portfolio stark ausweiten. Big Blue erreicht mit seiner Vertriebsorganisation ausserdem mehr Länder als alle anderen OEM-Reseller von NetApp, und dürfte auch volumenmässig der grösste NetApp-Partner werden.
IBM-Vertriebspower und NetApp-Technologie gegen EMC-Erfolge
"Der Zweck dieser Beziehung ist es, die innovativen Storage-Lösungen von NetApp mit IBMs globaler Marktreichweite, seiner Serviceorganisation und seinem bestehenden technologischen Portfolio zu verbinden", kommentierte der NetApp-CEO Dan Warmenhoven das Bündnis. Und IBMs Storage-Chef Andy Monshaw konnte eine Spitze gegen EMC nicht lassen: "Die Wahl für Kunden …. könnte nicht klarer sein – offene Lösungen von IBM und NetApp, die Innovationen auf Systemebene bringen, gegenüber proprietären Punktlösungen von EMC."
Die beiden Unternehmen würde dieses Bündnis aber wohl nicht abschliessen, wenn sie nicht Druck durch EMC verspüren würden. Der frühere High-end-Anbieter hat sein Portfolio in den letzten Jahren sowohl was die Kundensegmente als auch die verwendeten Technologien angeht drastisch ausgeweitet und hat mit dieser neuen Strategie ziemlich viel Erfolg erzielt. Und Auch der Vorwurf, man habe nur "proprietäre Punktlösungen" dürfte bei EMC, wo man in letzter Zeit das Wort "offen" zum Lieblingswort erkoren hat, für einigen Widerspruch sorgen.
EMC muss draussen bleiben
A Propos "V-Series": Dabei handelt es sich im Prinzip um die frühere Gfiler SAN-Gateway-Familie, die umbenannt wurde. Mit dem Buchstaben V will NetApp die neuen Virtualisierungsfähigkeiten symbolisieren, welche die Geräte ende des letzten Jahres mit dem neuen "OnTap 7G"-Betriebssystem gewonnen hat. Damit sollen die Geräte nun zum Beispiel auch die Speichersysteme verschiedener anderer Hersteller, darunter HDS, IBM, HP und Sun, virtualisieren können. Der prominenteste Abwesender in dieser Liste, was kaum ein Zufall sein dürfte, ist EMC. (Hans Jörg Maron)

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