IBM verdreifacht Investitionen in Indien

7. Juni 2006, 12:38
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IBM = Indian Business Machines?

IBM = Indian Business Machines?
IBM-Chef Samuel Palmisano hat gestern in Bangalore in Indien angekündigt, dass "Big Blue" über die nächsten drei Jahre rund sechs Milliarden Dollar in Indien investieren will. Das wäre eine Verdreifachung des bisherigen Engagements. Über die letzten drei Jahre investierte IBM rund 2 Milliarden Dollar in Indien.
Mit den zusätzlichen Geldern will IBM gemäss Palmisano neue Entwicklungszentren, vor allem für Software, aufbauen. In diesen Zentren sollen Lösungen sowohl entwickelt als auch getestet und für Kunden betrieben werden.
Palmisano äusserte sich nicht darüber, wie viele neue Jobs die Investitionen in Indien schaffen werden. Global beschäftigt IBM momentan rund 330'000 Angestellte, rund 43'000 Leute davon bereits jetzt in Indien. Der IT-Riese ist damit der multinationale Konzern mit der grössten indischen Niederlassung und nirgendwo sonst auf der Welt, ausser in den USA, hat IBM eine grössere Belegschaft. Angesichts der kommenden Grossinvestitionen könnte die indische Abteilung in dieser Beziehung aber schon bald an die US-Abteilung (125'000 Angestellte) herankommen.
Indien ist immer noch das Offshoring-Land par Excellence im IT-Business, aber der Kampf um die dortigen IT-Experten wird immer heftiger. In den letzten Monaten haben zum Beispiel schon Intel, Microsoft oder Cisco weitere Investitionen in der Höhe von je rund einer Milliarde Dollar angekündigt. IBM scheint nun zu versuchen, sich noch ein möglichst grosses Stück vom "indischen Kuchen" abzuschneiden, bevor die Kosten dafür zu sehr steigen. (Hans Jörg Maron)

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