IBM weiter auf Einkaufstour

16. Juni 2010, 13:28
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Webanalysefirmen scheinen derzeit gefragt zu sein bei den IT-Grössen. Nachdem sich Adobe Omniture geschnappt hat, kauft IBM jetzt Coremetrics.

Webanalysefirmen scheinen derzeit gefragt zu sein bei den IT-Grössen. Nachdem sich Adobe Omniture geschnappt hat, kauft IBM jetzt Coremetrics.
Die Kauflaune bei IBM scheint ungebrochen. Seit 2003 hat "Big Blue" über 55 Firmen zugekauft und allein seit 2005 über 11 Milliarden Dollar in Übernahmen gesteckt. Bis 2015 sollen noch einmal rund 20 Milliarden Dollar für Übernahmen locker gemacht werden. Aber auch IBM-Konkurrenten wie Dell, Oracle oder HP suchen Übernahmekandidaten, um sich breiter aufzustellen. In diesem Jahr sind beim Blauen Riesen bereits die Software-Schmiede Intelliden dazugekommen.
Neu hat IBM nun mit Coremetrics einen Anbieter von Web-Analyse-Software übernommen. Die 230-köpfige Firma, deren Werkzeuge unter anderem bei der Bank of America, Bloomberg, Springer und Virgin Atlantic Airways im Einsatz sind, will IBM in seinen Bereich Business Analytics integrieren. Coremetrics ist weltweit tätig und neben den USA auch mit Filialen in Deutschland, Frankreich, Australien und England vertreten. Die Übernahme soll im dritten Quartal 2010 abgeschlossen sein. Über weitere Details des Deals ist nichts bekannt geworden.
Man erinnert sich: In diesem Segment hatte im letzten September Adobe für satte 1,8 Milliarden Dollar den Anbieter von Web-Analyse-Software Omniture teuer zugekauft. Omniture hatte im Jahr zuvor bei 300 Millionen Umsatz einen Verlust von 45 Millionen Dollar eingefahren. Damals sind bereits Webtrends, Coremetrics und Google als wichtige Konkurrenten von Omniture genannt worden.
Wenn IBM nun die Web-Analytik von Coremetrics übernimmt, zeichnet sich ein Trend ab, der immer wichtiger zu werden scheint. Zwar hat IBM mit Coremetrics bisher schon zusammengearbeitet und deren Services seinen Kunden angeboten. Doch weil auch ausserhalb des traditionellen Retail-Geschäftes immer mehr Anwender ihre Produkte online beziehen wollen, glaubt man bei IBM, diesen Bereich zu einem sehr viel grösseren Geschäftsbereich machen zu können als bisher. Um dabei die Entwicklung mitbestimmen und vorantreiben zu können, habe man sich nun zum Kauf des Unternehmens entschieden, heisst es bei IBM.
Die Software von Coremetrics soll künftig in die WebSphere-Pallette integriert werden. Coremetrics mit Hauptsitz im kalifornischen San Mateo war bisher in Privatbesitz und liefert Software für die Web-Analyse, die zielgerichtete E-Mail- und Anzeigenwerbung und Reporting- sowie Benchmarking-Tools. IBM will damit unter anderem seine Möglichkeiten ausbauen, die Interaktion mit Kunden über SaaS-Lösungen besser verfolgen zu können. (vri)

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