IBM will Systemintegration abschaffen

11. April 2012, 15:33
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"PureSystems": IBM lanciert neue, hoch integrierte Computer-Systeme, die den Bedarf nach Sizing, Systemintegration und Management reduzieren sollen.

"PureSystems": IBM lanciert neue, hoch integrierte Computer-Systeme, die den Bedarf nach Sizing, Systemintegration und Management reduzieren sollen.
IBM hat heute eine neue Generation von integrierten Hardware-Software-Netzwerk-Systemen lanciert, die die Kunden von den Bürden der Informatik befreien sollen. Kunden, die IBM die "PureSystem" genannten Lösungen abkaufen, sollen von den hohen Aufwänden für die Integration von Hardware, Datenbanken, Lösungen und Netzwerk-Komponenten befreit werden, denn in "PureSystems" ist alles - fertig konfiguriert - schon drin. Neu ist IBMs Konzept keineswegs, denn Konkurrent Oracle beispielsweise propagiert die "Exadata"-Datenbank-Maschinen schon seit über zwei Jahren.
Vorintegriert und einfach zu managen
In den "PureSystem"-Umgebungen werden Server, Speicher und Netzwerkkomponenten vorgetestet und integriert. Die Verwaltung dieser vorgetesteten Systeme wird gemäss IBM automatisiert und damit einfacher und günstiger. Zudem sollen auf einem der Maschinen-Software-Systeme bis zu doppelt so viele verschiedene Applikationen betrieben werden können wie bisher. Dies wird - alles gemäss IBM - dazu führen, dass man die teuren Quadratmeter im Rechenzentrum wesentlich besser ausnützen kann und zuletzt auch wesentlich weniger Strom pro Transaktion verbraucht als bisher.
"Patterns of Expertise"
Die neuen Systeme sollen mit völlig neuartigen Programmen ("first-of-a-kind software" im IBM-Lingo) ausgerüstet sein. Diese beruhen auf den Erfahrungen von IBM mit "embedded"-Systemen sowie den Erfahrungen aus den Branchen der Kunden, schreibt der Hersteller ohne genauer zu werden. Auf jeden Fall sollen die "Patterns of Expertise" (etwa: "Von Experten definierte Verhaltensmuster") lästige Aufgaben wie etwa Konfiguration, Software-Upgrades und das Management von Applikationen automatisch erledigen können.
Die "Patterns of Expertise" sollen dabei entweder von IBM, von unabhängigen Software-Herstellern wie etwa Infor oder Temenos oder von den Kunden selbst geliefert werden.
Die Liste der Software-Hersteller, die ihre Lösungen für IBMs neue Wundersysteme vorbereitet und die entsprechenden "Patterns of Expertise" erarbeitet haben, ist aber noch nicht wirklich beeindruckend. Natürlich gehört IBM selbst mit der Datenbank DB2 und der Middleware WebSphere dazu. Andere Hersteller sind etwa Infor/Lawson mit einigen Branchenlösungen sowie Infor Enterprise (ehemals Baan) und der Genfer Bankensoftware-Hersteller Temenos mit T24 sowie der Analyse-Spezialist Information Builders.
Natürlich "Cloud Ready"
Wie noch nie zuvor, würde es mit den "PureSystems" möglich, eine "Private Cloud", also ein System, innerhalb dessen Rechen- und Speicherkapazitäten dynamisch Anwendungen und Nutzern zugeteilt werden, innert wenigen Minuten aufzubauen, schreibt IBM. Dies weil innerhalb eines "PureSystems" virtualisierte Server, virtueller Speicher und virtuelle Netzwerkressourcen samt Software zur Verwaltung dieser Ressourcen fertig vorbereitet zur Verfügung stehen.
In die Systeme eingebaut sind zudem Interfaces für die Selbstbedienung. So soll ein Software-Entwickler gemäss IBM sein Programm für das System konfigurieren können, ohne einen Spezialisten zuziehen zu müssen.
Erste Modelle noch im Frühlingsquartal
Erste Modelle der "PureSystems" sollen noch vor Sommerbeginn verfügbar werden. IBM wird so genannte "PureFlex Systems" und "PureApplication Systems" (inklusive integrierte Lösungen) bringen. Die Systeme werden sowohl auf IBMs eigenenen Power- wie auch auf Intel-CPUs aufbauen. (hc)

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