IBM wirft neue Mainframes auf den Markt

26. Februar 2008, 09:47
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Die z10-Generation soll IBMs Mainframe-Geschäfte wieder ankurbeln. 50 Prozent mehr Leistung, geringerer Stromverbrauch. Offizieller Launch für "z10" heute Abend.

Die z10-Generation soll IBMs Mainframe-Geschäfte wieder ankurbeln. 50 Prozent mehr Leistung, geringerer Stromverbrauch. Offizieller Launch für "z10" heute Abend.
Heute wird IBM offiziell mit dem Vertrieb seiner neusten Generation von "Mainframe"-Servern beginnen, und das Ereignis an einer Launchparty in New York feiern. IBM hat über die letzten fünf Jahre gemäss Aussagen von Mitarbeitern rund 1,5 Milliarden Dollar in die Entwicklung der neuen "z10"-Familie investiert, welche im Laufe der Zeit die heutige z9-Familie ablösen wird.
Einige der technischen Eigenschaften der neuen Mainframes sind bereits im Vorfeld der Lancierung an die Öffentlichkeit gedrungen. Gemäss 'Searchdatacenter' wird IBM fünf z10-Modelle auf den Markt bringen. Auf 'Searchdatacenter' findet man auch weitere technische Details zur neuen Mainframe-Generation. Eine "Einsteigerversion" wird rund eine Million Dollar kosten.
Das erste Modell, das heute auf den Markt kommt, wird mit bis zu 64 "z6"-CPUs mit je vier Prozessorkernen ausgerüstet sein. Das soll rund die Hälfte mehr Rechenleistung ermöglichen, als das bisherige z9-Spitzenmodell mit seinen 54 CPUs bewerkstelligen konnte. Die Leistung von Mainframes wird meist in "MIPS" angegeben (Millionen Instruktionen pro Sekunde). Der neue z10 sollen über 27 MIPS erreichen, während es beim z9 rund 18 MIPS waren. Die z10-Systeme werden neben Linux auch die neue z/OS-Version (v1.10) unterstützen, die im September oder Oktober lanciert werden soll.
Mainframes als Konkurrenz für Blade-Systeme und Cluster
Ein weiterer Vergleich: Ein z10 soll gemäss IBM ungefähr so viel Rechenleistung bringen, wie 1500 Low-end x86-Linux-Server, und dabei 85 Prozent weniger Strom und auch etwa 85 Prozent weniger Platz brauchen. Dieser von IBM gezogene Vergleiich kommt nicht von ungefähr. Einerseits wird IBM den z10 natürlich den bestehenden Mainfame-Anwendern wie Banken, Airlines usw. ans Herz legen, die für bestimmte Anwendungen hohe Rechenpower, Skalierbarkeit und Verfügbarkeit benötigen. Aber wenn es nur bei diesen Kunden bleibt, dürfte das Mainframe-Geschäft zwar für Big Blue immer noch über Jahre lukrativ bleiben, aber seinen langsamen Niedergang fortsetzen, weil doch immer wieder Kunden von den proprietären Systemen auf Standardserver wechseln.
Für eine Wachstumsperspektive braucht IBM daher dringend neue Mainframe-Kunden. Diese hofft IBM unter Grossunternehmen zu finden, gerade auch Internet-Companies, die eine grosse Anzahl von virtuellen Servern auf möglichst wenig Hardware konsolidieren möchten. Mainframes wären dafür eine Alternative und eine Konkurrenz zu Virtualisierungssoftware à la VMware und, auf der Hardwareseite, vor allem zu den heute boomenden Blade-Servern. Speziell in Indien und China, wo auch die Energieeffizienz eine grosse Rolle spielt, und viele Unternehmen noch keine grundlegenden Infrastruktur-Entscheidungen getroffen haben und damit offen für Alternativen sind, erhofft sich IBM neue Marktchancen für seine Mainframes.
Zur Bedeutung des Mainframe-Geschäfts für IBM: Gemäss den Aussagen des Sanford C. Bernstein-Analysten Toni Sacconaghi im 'Wall Street Journal' macht IBM heute nur noch etwa 3 Prozent seines Umsatzes mit Mainframe-Hardware. Aber fast 50 Prozent des Gewinns von IBM sind gemäss Sacchonagi mit dem Mainframe-Geschäft verknüpft, vor allem aufgrund der zusätzlichen Software-Verkäufe. (Hans Jörg Maron)

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