IBMs Rotstift trifft 200 Stellen in Österreich

20. Januar 2021, 09:30
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Der Stellenabbau hat das nächste Land der DACH-Region getroffen. Auch in Deutschland wird abgebaut. Offen ist weiter, wie stark die Schweiz tangiert wird.

Von den zuletzt noch rund 740 Arbeitsplätzen bei IBM in Österreich sollen noch in diesem Monat bis zu 200 Stellen gestrichen werden. Das berichtet die österreichische Presseagentur 'APA' und weist darauf hin, dass IBM Österreich 2010 noch fast 1800 Mitarbeitende beschäftigt habe und der Umsatz in der letzten Dekade nahezu stabil bei rund 400 Millionen Euro geblieben sei.

Gewerkschaft in Deutschland informiert

Dass in Europa 10'000 Stellen gestrichen werden, ist schon seit Monaten bekannt. Nun scheinen die Pläne konkreter zu werden: In Deutschland will IBM fast 1000 Kündigungen aussprechen, berichtete die Gewerkschaft Verdi am 19. Januar 2021 unter Berufung auf offizielle Informationen der Geschäftsleitung. Begründet werde der Abbau mit einer Neuausrichtung der Organisation sowie mit dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Zur Schweiz hat das Unternehmen bislang keine Angaben gemacht. 
Stattdessen antwortet IBM auf Anfrage seit längerem mit dem immer gleichen Spruch: "Unsere Personalentscheidungen werden getroffen, um unsere Kunden auf ihrem Weg zur Einführung einer offenen Hybrid-Cloud-Plattform und KI-Fähigkeit bestmöglich zu unterstützen. Ausserdem investieren wir neu in unser Geschäft. Wir werden auch weiterhin signifikante Investitionen in Aus- und Weiterbildung der Kenntnisse von IBMern vornehmen, um den Anforderungen unserer Kunden besser gerecht zu werden."
Jedenfalls passt zu dieser Antwort eine von 'APA' zitierte E-Mail an einen Betroffenen in Österreich: "Wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Arbeitsplatz von der wirtschaftlich notwendigen betrieblichen Umstrukturierung betroffen ist und daher wegfallen wird."
Welche konkreten Auswirkungen für die Schweiz zu erwarten sind, muss also weiterhin offen bleiben. Bekannt ist der Stellenabbau immerhin schon seit Mai 2020 und dem kurz zuvor erfolgten Wechsel an der Konzernspitze von Ginni Rometty zu Arvind Krishna. Damals war die Coronakrise für das Streichen der vielen Arbeitsplätze genannt worden. Auch mit der Abspaltung des Managed-Infrastructure-Services-Geschäfts in das Spinoff NewCo könnte ein Abbau einhergehen, wie kürzlich internationale Medien berichteten.

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