IBMs Watson soll Security-Experte werden

12. Mai 2016, 11:40
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Watson wird von 200 IT-Studenen ausgebildet und soll danach als Security-Hilfsexperte arbeiten können.

Watson wird von 200 IT-Studenen ausgebildet und soll danach als Security-Hilfsexperte arbeiten können.
IBM will eine neue Inkarnation seines Cloud-basierten kognitiven Systems Watson auf dem Markt bringen. "Watson for Cyber Security" soll Security-Experten einerseits zumindest teilweise die Aufgabe abnehmen, die ständig steigende Flut von Informationen über Sicherheitsbedrohungen, die täglich auf sie einprasselt, aufzunehmen. Der Security-Watson soll zudem dabei helfen, Systeme zu überwachen und Angriffe auszuwerten und im Falle eines Angriffs konkrete Tipps zu Abwehrmassnahmen geben.
IBM glaubt an eine grosse Nachfrage nach einem solchen System, weil viele IT-Sicherheitsverantwortliche heutzutage mit der Bewältigung der Datenflut überfordert seien. Ausserdem gebe es weltweit einen Mangel an IT-Sicherheitsexperten.
Der Unterschied zwischen klassischer Software und einem kognitiven bzw. lernfähigen System ist, dass letzteres nicht für die Lösung einer Aufgabe programmiert wird, sondern dass ihm die notwendigen Informationen zur Lösung eines bestimmten Problems beigebracht werden. Wenn es einmal die Grundlagen erlernt hat, soll es zudem selbstständig weiterlernen können. IBM plant, erste Betaversionen von Watson for Cyber Security später in diesem Jahr in Betrieb zu nehmen. Einen wichtigen Teil der Ausbildung sollen ab diesem Herbst rund 200 IT-Studenten von acht US-Universitäten übernehmen, mit denen IBM zusammenarbeitet.
Ziel sei es, so IBM, Watson for Cyber Security mit bis zu 15'000 Sicherheitsdokumenten pro Monat zu füttern, darunter die Berichte des X-Force-Teams von IBM über Millionen von Spam- und Phishing-Attacken sowie über 100'000 dokumentierte Schwachstellen in Software und Systemen.
Allerdings nützt es wenig, den armen Watson mit Files zuzumüllen, deren Inhalt er nicht versteht. Der wichtigste Teil der "Grundausbildung" besteht deshalb darin, dass Menschen für Watson Ausdrücke kategorisieren und Beziehungen zwischen ihnen herstellen. Zum Beispiel Conficker = Virus, Virus = schlecht usw. Das ist natürlich heftig vereinfacht. Eine bessere Vorstellung davon, was die Ausbildung eines kognitiven Systems beinhaltet, erhält man in diesem IBM-Videoclip auf Youtube. (hjm)

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