ICANN bleibt im Sattel

18. August 2006, 09:40
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Die "Internet-Behörde" ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) wird auch in den nächsten Jahren die Kontrolle über die Kernfunktionen des Internets behalten.

Die "Internet-Behörde" ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) wird auch in den nächsten Jahren die Kontrolle über die Kernfunktionen des Internets behalten. Das US-Handelsministerium hat einen seit 1998 bestehenden Vertrag mit der ICANN überträgt. Der neue Vertrag ist bis 2011 Jahre gültig (muss aber jährlich bestätigt werden.) Die ICANN kann so weiterhin die zentrale Rootzone des Internets betreuen und hat die Oberaufsicht über die Vergabe von IP-Adressen.
Das Ministerium hatte im Vorfeld mit einer öffentlichen Ausschreibung dieser Aufgaben, die aber anscheinend eher halbherzig durchgeführt wurde, etwas Druck auf die ICANN ausgeübt. Einer der Hintergründe ist der Streit darum, ob die USA weiterhin ihre weitgehende Kontrolle über das Internet behalten soll und darf – die US-Regierung hat in letzter Zeit wieder bekräftigt, dass man diese Kontrolle keineswegs abgeben will. Viele internationale Kritiker werfen der ICANN vor, dass sie von den USA dominiert sei – den Hardlinern in den Staaten selbst ist die ICANN aber wiederum zu international.
Eine der Kernfunktionen im Internet behält die US-Regierung denn auch ganz direkt unter eigener Kontrolle: Änderungen in der Rootzone darf – von einigen Ausnahmen bei Länderdomains wie .fr abgesehen – weiterhin nur der Domainverwalter Verisign mit direkter Erlaubnis des Handelsministeriums durchführen. (hjm)

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