ICT-Branche ist so optimistisch, wie schon lange nicht

16. Januar 2018, 12:43
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Der Schweizer ICT-Markt setzte vergangenes Jahr über 31 Milliarden Franken um. 2018 darf auch mit Wachstum gerechnet werden.

Der Schweizer ICT-Markt setzte vergangenes Jahr über 31 Milliarden Franken um. 2018 darf mit weiterem Wachstum gerechnet werden.
Der Schweizer ICT-Markt wächst stärker als der europäische und er wächst auch stärker als die Schweizer Gesamtwirtschaft. So das Fazit für 2017 und auch die Prognose für das Jahr 2018 des European Technology Observatory (EITO). Die Zahlen wurden heute an der Swico-Jahresmedienkonferenz in Zürich präsentiert.
2017 ist der Schweizer ICT-Markt um 2,3 Prozent gewachsen und erzielte einen Gesamtumsatz von 31,4 Milliarden Franken. Für das laufende Jahr wird mit einem Umsatzplus von weiteren gut zwei Prozent gerechnet. Zum Vergleich: Im europäischen ICT-Markt wird 2018 ein Wachstum von 1,5 Prozent angenommen.
Der "spannendste Markt ist Software"
Wie Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research, an der Medienkonferenz ausführte, bleibe der ICT-Markt dynamisch, es gebe eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage nach IT-Services sowie nach Hard- und Software. Der Hardware-Markt sei zwar stark zyklisch, entwickle sich in der Schweiz aber immerhin stabil. Der "spannendste Markt" so Pols, bleibe der Software-Markt. Themen wie Big Data, Mobility, Analytics und Cloud Computing würden diesen weiter antreiben. "Auch wenn die Schweiz nach wie vor eher hinter dem europäischen Schnitt zurückliegt, was die Cloud-Adaption anbelange", sagte Pols.
In die Umsatzzahlen und Prognosen, die EITO nennt, fliessen sowohl Investitionen der Telekommunikationsdienstleister in die Infrastruktur, IT-Dienstleistungen, Hard- und Software für Endkunden wie auch Geschäftskunden.
Rückblick 2017
Vergangenes Jahr generierte der Schweizer IT-Markt, ohne Telekom, einen Umsatz von 19,8 Milliarden Franken und wächst um 3,5 Prozent. Angetrieben wurde der Markt erneut vom Software-Segment, das ein Wachstum von sechs Prozent auf 6,4 Milliarden Franken verzeichnete. Der Marktanteil des Schweizer Software-Segments sei mit über 20 Prozent deutlich höher als im europäischen Vergleich.
Der Bereich IT-Services, volumenmässig nach wie vor das grösste Segment, wuchs um drei Prozent auf 10,6 Milliarden Franken. Der Hardware-Bereich verlor gemäss den Marktzahlen leicht.
Der Telekommarkt verzeichnete 2017 ein leichtes Wachstum von 0,3 Prozent und generierte in der Schweiz einen Umsatz von 11,6 Milliarden. In diesen Umsatz fallen auch die Smartphone-Verkäufe. "Die Schweiz ist ein Smartphone-Land", betont Pols. Insgesamt wurden hierzulande vergangenes Jahr 3,2 Millionen Smartphones verkauft.
Software-Segment treibt auch 2018 das Wachstum an
Der Schweizer ICT-Markt wird im laufenden Jahr um 2,2 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 32,1 Milliarden Franken anwachsen. Dieses Wachstum ist dem IT-Segment und insbesondere dem Software-Bereich zuzuschreiben, so Bitkom Research. Der IT-Markt wird demnach um 3,3 auf einen Umsatz von 20,5 Milliarden Franken anwachsen, während sich der Telekommarkt mit einem Wachstum von 0,3 Prozent mehr oder weniger stabil entwickeln werde.
Insgesamt treibe die gute Weltkonjunktur und insbesondere der Exportmarkt Deutschland den hiesigen ICT-Markt an. Auch die fortschreitende Digitalisierung bleibe ein Wachstumstreiber.
Das EITO ist ein Projekt von Bitkom Research in Zusammenarbeit mit dem Swico, weiteren ICT-Verbänden Europas, IDC und der EU-Kommission.
Hiesige Anbieter sind optimistisch
Eine Befragung von Schweizer Anbietern mit welcher Entwicklung sie für das erste Quartal 2018 rechnen, zeigt ein optimistisches Bild. Laut dem daraus resultierenden Swico-ICT-Index ist die Brache so optimistisch, wie seit sieben Jahren nicht mehr. Die Softwarebranche rechnet mit dem höchsten Zuwachs.
Im Bereich Consumer Electronics sei der Preisdruck nach wie vor hart, führt Swico-Geschäftsleitungsmitglied Giancarlo Palmisani aus. Im diesem Bereich wird insgesamt mit einer Verschlechterung gerechnet.
Das Segment IT-Services rechne mit einem Rückgang bei der Rentabilität, weil die Investitionen in die eigene Infrastruktur steigen.
Die Softwareindustrie habe aber zu wenig Spezialisten, um alle Aufträge abzuwickeln. "Die Nachfrage aus der Wirtschaft ist hoch und die Preise sind entsprechend stabil. Die Umsatzprognosen wären jedoch deutlich besser, wenn die Firmen genügend qualifizierte ICT-Spezialisten rekrutieren könnten", betont Palmisani. Das Thema IT-Spezialisten bleibe damit ein Kernthema für den Branchenverband Swico, ergänzt Geschäftsführer Jean-Marc Hensch. (Katharina Jochum)
Hinweis: Was will der Schweizer B2B-Markt 2018 vom Channel? Die Branche ist also optimistich und rechnet mit Wachstum. Doch welche Services und Produkte will der Schweizer Markt? Antworten hat Philipp A. Ziegler von MSM Research exklusiv am Inside Channels Forum am 1. Februar in Aarau. Hol Dir dein Ticket!

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