ICT-Lehrstellen­besetzung läuft trotz Pandemie

15. März 2021, 15:40
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Die Lehrbetriebe erhalten gute Noten im Pandemie-Jahr und sie können ihre Ausbildungsplätze besetzen. Bei der Schaffung neuer Lehrstellen aber harzt es.

Laut der Task Force "Perspektive Berufsbildung" sind bis Ende Februar 2021 gesamtschweizerisch rund 28'000 Lehrverträge für den Lehrbeginn im Sommer 2021 unterzeichnet worden. Die Lehrstellenvergabe verlaufe damit ähnlich wie in den Vorjahren, schreibt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), wenn auch mit branchenbezogenen Unterschieden. 
Laut dem Ende Februar publizierten Jahresbericht von ICT-Berufsbildung Schweiz konnte die Anzahl der besetzten Lehrstellen – auch durch vorausschauendes Engagement der Betriebe – auf Vorjehresniveau gehalten werden. Wie ICT-Berufsbildung auf Anfrage ausführt, wies die Informatik im Februar 2021 zusammen mit dem Berufsfeld "Wirtschaft, Verwaltung, Tourismus" mit jeweils 85% den höchsten Anteil bereits besetzter Lehrstellen auf.

Online-Events statt Berufsmessen

Regelmässig führt ICT-Berufsbildung Befragungen unter Jugendlichen durch, die eben eine Lehre begonnen oder diese gerade abgeschlossen haben. Mit Blick auf die Covid-Situation zeige sich, dass sich die grosse Mehrheit der Jugendlichen gut bis sehr gut unterstützt fühle. Insbesondere die Lehrbetriebe hätten dabei ein gutes Zeugnis erhalten. Bei der Befragung von Jugendlichen, die ihre ICT-Lehre 2020 begonnen haben, habe man zudem keine signifikanten Abweichungen von den Ergebnissen der letzten Jahre festgestellt, so ICT-Berufsbildung.
Trotz Corona bedingter Einschränkungen sei es wichtig, dass Jugendliche den Berufswahlprozess und die Lehrstellensuche fortsetzen können, schreibt das SBFI. Wo derzeit Schnupperlehren oder der Besuch von Informationsveranstaltungen und Berufsmessen in nicht möglich seien, helfen virtuelle Veranstaltungen.
"Das ICT-Berufsfeld weiss sich auf jeden Fall zu helfen, auch mit alternativen Massnahmen", so Elisa Marti, Leiterin Marketing & Kommunikation bei ICT-Berufsbildung Schweiz. Da die SwissSkills im letzten Jahr nicht stattfinden konnten, hätten junge Berufsleute bei der  Onlineveranstaltung "SwissSkills Connect" interessierten Schülerinnen und Schülern ihre Berufe vorgestellt. Daneben habe es weitere Online-Veranstaltungen gegeben. Auch Schnupperlehren könnten unter Einhaltung der Schutzmassnahmen teilweise dennoch stattfinden.
Die Lehrbetriebe und die regionalen Berufsverbände (OdA) seien sehr aktiv, ergänzt Marti. Das Zürcher OdA teilt mit, dass die Lage der Lehrstellenbesetzung in der Deutschschweiz stabil sei. Die Stellen würden besetzt, so Barbara Jasch, Geschäftsführerin des Zürcher Lehrbetriebsverbands ICT (ZLI). Die Betriebe würden zudem melden, dass die Qualität der Bewerbungen gut sei.
Erklärtes Ziel der Branche ist es, mehr ICT-Lehrstellen zu schaffen. Dies verlaufe aber harzig, so Jasch auf unsere Anfrage. Dies könnte mit dem Homeoffice zu tun haben, aber es könne auch daran liegen, dass das Thema bei den Unternehmen derzeit schlicht keine Priorität habe. "Als OdA möchten wir sehr gerne mehr Lehrstellen schaffen und wir bleiben auch dran", ergänzt Jasch.

Erste Jugendliche starten revidierte Lehre "Informatiker/in EFZ"

Die Berufslehre soll Jugendliche auf die Anforderungen der Wirtschaft ausbilden. Die Bildungsverordnungen und -pläne werden deshalb regelmässig auf ihre Aktualität und Qualität überprüft – so auch in der IT.
Die Revision des Berufs "Informatiker/in EFZ" konnte laut ICT-Berufsbildung trotz Pandemie plangemäss im Fast-Track-Verfahren weitergeführt werden. Die neuen Bildungserlasse seien per Ende 2020 verabschiedet worden.
Somit können die ersten Lernenden im August 2021 die "neue" Informatiklehre in den Fachrichtungen Applikationsentwicklung oder Plattformentwicklung (ehemals Systemtechnik) beginnen.

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