ICT-Löhne wachsen auch 2015 am stärksten

29. Oktober 2014, 15:14
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Die seit 1988 jährlich durchgeführte Lohnumfrage der UBS zählt die IT-Branche nach dem letzten Jahr erneut zu den grössten Profiteuren von Lohnerhöhungen.

Die seit 1988 jährlich durchgeführte Lohnumfrage der UBS zählt die IT-Branche nach dem letzten Jahr erneut zu den grössten Profiteuren von Lohnerhöhungen. Während die Löhne in 22 Schweizer Branchen durchschnittlich um 0,9 Prozent zulegen, werden es in der ICT-Branche 1,5 Prozent sein, wie die UBS mitteilt. Die Zahlen der Banker entsprechen übrigens meist ziemlich genau den Zahlen, die das Bundesamt für Statistik erhebt. Die Lohnzuwächse seien "trotz niedriger Inflationserwartung dank einer robusten Konjunkturlage" zu erwarten. Bei der UBS geht man von einer prognostizierten durchschnittlichen Jahresteuerung von 0,3 Prozent für 2015 aus, so dass die durchschnittliche reale Lohnerhöhung bei 0,6 Prozent liegen wird. Befragt wurden für die Erhebung 370 Unternehmen sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden.
Dass die ICT bei den Löhnen im Branchenvergleich ganz gut abschneidet, ist nicht neu. Allerdings sind die Unterschiede in den Branchen erheblich. So müssen sich die Touristiker mit einer Nullrunde begnügen, während sich mit einer Erhöhung von 0,9 auf ein Prozent in der Elektrobranche nur in der ICT die Löhne von 1,4 auf 1,5 Prozent im nächsten Jahr geringfügig stärker erhöhen als heuer. So lag zwar die Chemie- und Pharmabranche im 2014 mit 1,5 Prozent durchschnittlicher Lohnerhöhungen noch vor der ICT, fällt aber laut UBS 2015 auf 1,3 Prozent zurück.
Dass 2014 allgemein die Nominallöhne überhaupt noch leicht gestiegen sind, sei auf die Anpassung der Mindestlöhne zurückzuführen, hält man bei der UBS fest. Primär sei dies den Forderungen geschuldet, die Mindestlöhne anzupassen und Lohndiskriminierungen zu beseitigen. Profitiert hätten davon jedoch eher die tieferen Lohngruppen. Vereinzelt sei es zudem auch zu individuellen Lohnerhöhungen gekommen, um Fachkräfte halten zu können.
Zwar sei der Bedarf für einen Teuerungsausgleich in der Schweiz gering, doch scheine das die Nominallohnerhöhungen für 2015 kaum zu dämpfen, heisst es bei der UBS weiter. Hier spiegle sich die Erwartung eines moderaten konjunkturellen Aufschwungs sowohl der Schweizer als auch der europäischen Wirtschaft.
Allerdings bleibt der Aufschwung in der Eurozone verhalten und die Unsicherheit über die Konsequenzen eines allfälligen Wegfalls der Personenfreizügigkeit mit der EU könnte das Schweizer Wirtschaftsbild eintrüben, warnt man bei der UBS. Schon rund die Hälfte der Umfrageteilnehmer habe angegeben, sie könnten von den möglichen Folgen der Masseneinwanderungsinitiative negativ betroffen sein. Wobei insbesondere der Industriesektor mit über 60 Prozent der Befragten diesen Punkt betonte. Langfristige Auswirkungen auf die Löhne erwarten die meisten Befragten beim Wegfall der Personenfreizügigkeit aber nicht.
Würde wegen der Masseneinwanderungsinitiative der Arbeitskräftemangel zunehmen, könnten die Frauen davon profitieren, gibt sich die UBS betont konjunktivistisch. Jedenfalls gaben 86 Prozent der befragten Unternehmen an, dann vermehrt Frauen einzustellen, wobei allerdings vor allem an eine Pensenerhöhung bisher in Teilzeit beschäftigter Frauen gedacht werde. Die Mobilisierung von nicht erwerbstätigen Frauen scheint weniger zentral zu sein, so die UBS, "zumal die Frauenerwerbsquote in der Schweiz an sich solide ist". 35 Prozent der befragten Firmen würden in dem Fall zudem ältere Arbeitskräfte länger beschäftigen.
Starke Unterschiede sieht die UBS auch bei der Entwicklung des Personalbestands. Während 2014 besonders in der öffentlichen Verwaltungen und bei Dienstleistungen für Unternehmen neue Stellen geschaffen wurden, bauten vor allem Banken und Versicherungen viele Stellen ab. 2015 würden in diesen Branchen weitere Arbeitsplätze gestrichen – übrigens genauso wie in der Metall-, Bau- und Medienbranche. Neue Stellen plane man laut UBS dagegen in der Konsumgüter- und Uhrenindustrie. (vri)

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