ICT-Weltmarkt übertrifft alle Erwartungen

11. Februar 2011, 17:00
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2010 wurden auf dem IT-Weltmarkt laut IDC über 1,5 Billionen Dollar ausgegeben.

2010 wurden auf dem IT-Weltmarkt laut IDC über 1,5 Billionen Dollar ausgegeben. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr, das schnellste Wachstum seit 2007. Massgebliche Treiber waren Hardware und Infrastrukturausgaben. Rechnet man Telekommunikationsdienste hinzu, ist der Weltmarkt für Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) 2010 sogar auf ein Volumen von fast drei Billionen Dollar angeschwellt, ein Plus von sechs Prozent im Vergleich zu 2009.
Die global stark gestiegenen Hardware-Ausgaben sind vor allem dem längst überfälligen Replacement von Computersystemen, Peripherie, Storage, mobilen Geräten und Netzwerkausrüstung zu verdanken. Zusammen sind hier die Investitionen um 16 Prozent auf mehr als 661 Milliarden Dollar in die Höhe geschnellt, das stärkste Wachstum seit 1996. Die Ausgaben für Storage sind um 14 Prozent gestiegen, die für Server um neun Prozent und die für PCs um 11 Prozent. Die Investitionen in Software und IT-Services haben sich nach dem Krisenjahr 2009 auch wieder ins Positive gedreht, hatten aber mit vier respektive zwei Prozent ein weit weniger dynamisches Wachstum als Hardware aufzuweisen.
"Wie die Weltwirtschaft hat sich auch die globale IT-Industrie 2010 weit besser entwickelt als erwartet", sagt Stepen Minton, Vizepräsident der IT Markets und Strategies Group bei IDC. Was Software und Services angeht, rechnet das Marktforschungsinstitut damit, dass die Ausgaben in den Bereichen aufgrund einer Reihe neuer IT-Projekte inklusive Cloud Computing 2011 noch leicht an Fahrt aufnehmen werden. Insgesamt soll der IT-Weltmarkt 2011 um sieben Prozent auf ein Volumen von 1,65 Milliarden Dollar anschwellen, wobei Hardware ein zweistelliges Wachstum im 10-Prozentbereich beschieden sein soll, Software und Services jeweils einstelliges Wachstum von fünf respektive vier Prozent.
IDC-Ökonomin Anna Toncheva warnt allerdings von einigen wirtschaftlichen Unwägbarkeiten. Die Schuldenkrise in Europa könnte in eine neue Rezession münden, allerdings sei die Wahrscheinlichkeit laut allgemeinem Konsens längst nicht mehr so hoch wie noch vor einem halben Jahr. Trotz hoher Arbeitslosenzahlen und allgemeiner Konsumunlust ist der US-Markt 2010 um sechs Prozent gewachsen und hat laut IDC gute Chancen, 2011 noch einmal um fünf Prozent zuzulegen. Angeführt wird das globale Wachstum aber weiterhin von den Schwellenländern. In Fernost (Asia Pacific ohne Japan) sind die Ausgaben 2010 um 13 Prozent gestiegen; die Prognosen für 2011 sehen ein Wachstum von zehn Prozent vor. Zweistellige Wachstumsraten werden auch Zentral- und Osteuropa, Lateinamerika, Nahost und Afrika beschieden sein, denkt IDC. Gereifte Märkte wie Westeuropa, Japan und Kanada sollen ähnlich wie die USA etwas bescheidener, aber dennoch stetig wachsen. Auch wenn hohe Arbeitslosenzahlen den Motor in den Industrienationen etwas bremsen könnten, gebe es auch ermunternde Vorzeichen, allen voran die schnelle Adaption von Cloud Computing und wachsende Verbreitung von mobilen Endgeräten sowie Investitionen in neue Software-Analyse-Tools. (Klaus Hauptfleisch)

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