ICTswitzerland fordert mehr Informatikausbildung

21. Oktober 2011 um 13:19
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Der Dachverband übt Kritik an den aktuellen Schulreformen.

Der Dachverband übt Kritik an den aktuellen Schulreformen.
In einem "Memorandum" hat sich heute der Dachverband ICTswitzerland zur fehlenden Informatikausbildung in Schweizer Schulen geäussert. In dem von 23 einflussreichen Persönlichkeiten aus IT-Industrie, der ETH Zürich und Lausanne sowie aus den kantonalen Universitäten unterzeichneten Papier heisst es, man beobachte "mit Interesse" die Vorstösse für und die Diskussionen über die verschiedenen Schulreformen (Lehrplan 21, Plan d’études romand, Harmos, Gymnasium). Die Unterzeichner stellen dabei aber fest, dass der Informatik "der ihr gebührende Platz als Leitwissenschaft nicht zugewiesen" werde.
Die Argumente für eine bessere Verankerung der Informatik an den Schulen sind bekannt: Während andere Grundlagenfächer wie Mathematik, Physik und Chemie zur obligatorischen Schulbildung gehören, fristet die Informatik trotz ihrer Bedeutung ein Nischendasein. Die Verantwortliche an Schulen denken bei Informatik oft nur an die Fähigkeit, mit Computern umzugehen, ohne die langlebigen Kenntnisse der Informatikgrundlagen anzuerkennen.
Schon vor einem Jahr hatte ICTswitzerland ein Positionspapier mit konkreten Forderungen veröffentlicht entsprechende Bemühungen von ICT-Verbänden unternommen wurden. Nach Osteuropa und Russland sähen auch USA, China, Südkorea und weitere Länder ein, dass die Kernkompetenzen ohne schulische Informatikausbildung nicht erreichbar seien, heisst es im Memorandum. Immer mehr Länder starten mit Programmieren schon in der Primarschule im Alter von 8 bis 10 Jahren.
Informatik soll in der Schweiz wie Mathematik als ein Pflichtfach bereits in der Primarschule gelehrt werden, und es müsse Programmieren beinhalten, so ICTswitzerland. ICT-Kompetenzen wie der Umgang mit Computern sollen schon in der Primarschule, spätestens jedoch auf der Sekundarstufe I erworben werden, so dass sie nicht mehr an Maturitätsschulen unterrichtet werden müssen. Informatik im Sinne des "Computational Thinking" (algorithmisches Denken) und der Verzahnung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Denkens mit der Vorgehens- weise der Entwickler in technischen Disziplinen soll obligatorisch für alle an Mittelschulen unterrichtet werden.
ICTswitzerland appelliert abschliessend an die Politik, die notwendigen Anpassungen im Schulunterricht vorzunehmen. (mim)

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