ICTswitzerland-Präsident Dobler wird VR von SwissSign

17. Mai 2017, 15:53
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Nun wird's spannend, wie sich der Verband zum E-ID-Gesetz stellt: Alle Konkurrenten sitzen im Vorstand.

Nun wird's spannend, wie sich der Verband zum E-ID-Gesetz stellt: Alle Konkurrenten sitzen im Vorstand.
Marcel Dobler kann seiner vergleichsweise kurzen Liste von Interessenbindungen eine neue anfügen: Der FDP-Nationalrat und ICTswitzerland-Präsident wird Verwaltungsrat von SwissSign.
Er wolle das Potential der elektronischen Identität nutzen: "Die e-ID in der Schweiz voranzutreiben ist mir ein Anliegen", schreibt Dobler in einer Mitteilung. Er sei "hochmotiviert, denn die Schweiz muss in diesem Bereich endlich vorwärts machen!".
SwissSign ist das Joint Venture von Post und SBB, die soeben die "SwissID" vorgestellt haben, welche nicht mit der "SuisseID" zu verwechseln ist. UBS, CS und Swisscom arbeiten an einer anderen, eigenen Lösung.
Wissenswert: In Medien und auf Twitter hatte sich Dobler bereits zur SuisseID der Post geäussert, welche bislang als Flop gilt: "Digitec setzte SuisseID als Pilotkunde als eine der ersten um. Token und Preismodell waren nicht kundenfreundlich. Es folgt ein Relaunch", schrieb Dobler, selbst Digitec-Gründer kürzlich.
Es gibt von verschiedenen Seiten Bestrebungen, den Staat als einzigen Herausgeber zu eines einzigen "digitalen Passes" zu etablieren. Dobler will dies der Privatwirtschaft überlassen. Der 'Luzerner Zeitung' sagte er soeben der Staat sei zu träge, um eine digitale Identität zu schaffen. Zudem seien Post wie SBB bundesnahe Betriebe und wäre eine staatliche Lösung viel teurer als eine privatwirtschaftliche.
Konflikte bei ICTswitzerland als Folge?
Spannend wird sein, was "sein" Verband ICTswitzerland zum E-ID-Gesetz sagen wird, das gerade in der Vernehmlassung ist. Unbestätigte Gerüchte besagen nämlich, diverse Vorstandsmitglieder und der Gesamtverband tendiere dazu, mehrere konkurrierende Anbieter abzulehnen. Dobler selbst zeigte sich gegenüber 'SRF' diplomatisch: Er könne auch mit einem einzigen lizenzierten Anbieter leben und ein Konsortium, das eine einzige E-ID schaffe, sei sowieso die beste Lösung.
Da die aktuellen E-ID-Konkurrenten UBS, CS und Swisscom im ICTswitzerland-Vorstand sitzen, die SBB und die Post hingegen nicht, dürfte es interessante Gespräche über die Position des Verbands geben. Ganz abgesehen davon haben auch asut und Swico noch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden; sie scheinen den Staat in einer zentralen Rolle zu sehen.
Bald wissen wir mehr: Die Vernehmlassung dauert noch bis 29. Mai. (Marcel Gamma)

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