IDC: BI-Konsoliderung hilft den Nischenplayern

9. Januar 2008, 16:59
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2007 war das Jahr, in dem die meisten Anbieter von Analysesoftware (Business Intelligence, BI) ihre Unabhängigkeit verloren.

2007 war das Jahr, in dem die meisten Anbieter von Analysesoftware (Business Intelligence, BI) ihre Unabhängigkeit verloren. Oracle machte mit dem Kauf von Hyperion den Anfang, SAP schlug mit 4,8 Milliarden für Business Objects zurück und den Schluss machte IBM, die für Cognos gleich fünf Milliarden Dollar bot.
Wie IDC-Analyst Frank Naujoks in einer Kolumne schreibt, ging es SAP nicht nur darum, die eigene Kompetenz in Sachen BI zu steigern, sondern auch Zugang zu 40'000 Business-Objects-Kunden zu erhalten, von denen heute drei Viertel keine Software des deutschen ERP-Riesen einsetzt.
Die grossen BI-Spezialisten wurden ausser dem Spezialfall SAS Institute (In Privatbesitzt und auch kein "reiner" BI-Anbieter) letztes Jahr damit allesamt verkauft - bei den Käufern wird man nun mit der Integration und der Neugestaltung des Portfolios einigermassen beschäftigt sein. Dies bietet Nischen-Anbietern, so Naujoks, ein günstige Gelegenheit. Der Marktbeobachter erwähnt Microstrategy, die verunsicherten Cognos- und BO-Kunden ein günstiges Umtausch-Angebot macht.
Naujoks findet auch den holländischen BI-Anbieter NewFrontiers ein interessantes Beispiel für einen Nischenplayer, der profitieren könnte. NewFrontiers bietet SAP-Anwendern ein MIS (Management Informations System) an, mit dem sich Daten aus den SAP-Systemen mit solchen anderer Anwendungen kombinieren und auswerten lassen.
Der IDC-Mann glaubt, dass die Anwender auch in Zukunft nicht zwingend auf Software der drei Giganten SAP, Oracle und IBM angewiesen sein werden, um Informationen aus ihren Unternehmensdaten zu ziehen. Denn interessante Nischen wie Search, Worflow- und -Regel-Engines würden von innovativen kleinen Unternehmen besetzt, die dem Markt neue Impulse verleihen werden.
Auf lange Frist hingegen, so Naujoks, wird die Konsolidierung weitergehen, denn nicht nur die oben genannten Software-Giganten, sondern auch Player wie HP, Cisco und Adobe werden sich auf die Suche nach Übernahmeobjekten machen, um sich im rasch wachsenden BI-Markt ihren Platz zu sichern. (Christoph Hugenschmidt)

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