IDC: Auch hiesige Banken hinken bei digitalen Kanälen arg hinterher

29. September 2020, 12:46
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Eine Studie zeigt die ICT-Herausforderungen für Banken in der Pandemie und darüber hinaus.

Mit der Pandemie hätten viele Banken ihre digitale Transformation "exponentiell" beschleunigt, schreibt Marktforscher IDC. Von der Remote-Work-Implementierung über Virtualisierung und den Einsatz Cloud-basierter Technologien bis zur Etablierung digitaler Kundenkanäle, habe man verstärkte Bemühungen beobachtet. Die digitalen Kanäle seien oftmals der einzige Weg gewesen den Finanzdienstleister zu erreichen. Hier hätten jene Banken profitiert, die bereits fleissig am Thema gearbeitet hätten, bilanzieren die Marktforscher. Bei einigen Akteuren würden sich derweil Mängel in der Digitalstrategie offenbaren.
Dies ist dem Report "Banking Industry Rises up to the New Normal" zu entnehmen, den IDC im Auftrag von Huawei erstellt hat. Dafür wurden Banken rund um den Globus auf ihre Widerstandfähigkeit hin untersucht. Insgesamt hat der Marktforscher 14 Fähigkeiten ausgemacht, die wesentlich sind, um die kommenden Herausforderungen zu meistern.
Daraus entwickelte IDC einen Resilienz-Score für die globalen Grossregionen: Einzig im Bereich Infrastruktur sind die Banken der EMEA-Region führend. Als Grund werden im Bericht die klare und offene Regulation genannt, die auch Fintechs ins Spiel bringe. Ganz schlecht schneiden die Banken in Europa, dem Nahen Osten und Afrika beim Umstieg auf neue Kundenkanäle ab. Während digitale Zahlungsmöglichkeiten nicht schlecht beurteilt werden, schlägt der Rückstand beim volldigitalen Kundenerlebnis dabei stark zu Buche, wie dem IDC-Score zu entnehmen ist.
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Der Resilienz-Score von IDC nach Kategorien. Grafik: IDC
Die Rolle von Technologieanbietern sei zentral, um das Tempo der Entwicklung hoch zu halten. Auch Fintechs komme eine wichtige Funktion zu, wenn es darum gehe Innovation voranzutreiben. Dabei erwähnt IDC besonders die offenere Kultur bei Fintechs, von der Banken mit ihrem Closed-Box-Prinzip noch einiges lernen könnten.

Cloud gilt als Schlüssel für Innovations-Prozesse

Zu den essenziellen Fähigkeiten für Banken zählt IDC neben geeigneter IT-Infrastruktur, digitalen Kundenkanälen, Data Analytics und Kommunikations-Möglichkeiten auch Zukunftstrends: Es sei für Finanzinstitute essentiell, dass sie in Sachen 5G, IoT und Blockchain nicht zurückbleiben und dafür auch die Kollaboration mit Fintechs suchen würden.
Cloud-Nutzung sei der Schlüssel für die Innovation. Diese müsste nun weit über die ersten Schritte der flexiblen Storage-Ressourcen erweitert werden, so IDC. Sie müsse künftig als Plattform für Analyse-Tools, Entwicklerwerkzeuge und KI genutzt werden. Nur auf diesem Wege könnten Institute dank flexibler Kapazitäten für Entwicklung, Testing und Simulation neue Produkte rasch auf den Markt bringen. Hierbei würde der Cyber-Security, deren Relevanz sich in der Pandemie nochmals akzentuiert habe, eine besondere Bedeutung zukommen.
Die Zukufts-Technologien setzen darauf auf: 5G werde eine eigene Innovations-Welle auslösen, die vermutlich mit AR, VR und IoT verbunden sei, prognostiziert IDC. Blockchain und Distributed-Ledger-Technologie allgemein sieht der Marktforscher als weitere Schlüsseltechnologie. Sie habe die Macht, "fast alles zu verändern".

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