IDC prognostiziert IT-Zahlen für das Jahr der Pandemie

3. April 2020, 13:10
image

Die Marktforscher sehen schwarz für 2020. Vor allem der Markt für Hardware bricht geradezu ein.

Während die wirtschaftlichen Indikatoren beispiellos schlecht aussehen, bringt IDC einen aktualisierten Ausblick auf die IT-Ausgaben 2020. Diese sollen weltweit um 2,7 Prozent zurückgehen, prognostizieren die Marktforscher. Die Begründung dafür liegt auf der Hand: Notfallplanung und Ausgabenkürzungen in Folge der Pandemie.
Der Rückgang ist allerdings grösser als der Einbruch des globalen Bruttoinlandprodukts, das 2020 laut IDC um 1,7 Prozent schrumpfen wird. Dies stehe im Einklang mit früheren Rezessionen, schreiben die Analysten. Denn IT-Käufer würden bei rückläufigen Geschäftszahlen und schlechten Prognosen rasch ihre Investitionen reduzieren.
Eine besonders schlechtes Jahr sieht IDC für die Verkäufer von Devices. Die Ausgaben für PCs, Tablets, Smartphone und Peripheriegeräte sollen um 8,8 Prozent einbrechen. Die Prognose ist nur deshalb nicht noch schlechter, weil 5G-Updates den Markt für Smartphones etwas antreiben.
"Hardware-Ausgaben werden während Wirtschaftskrisen als Mittel für schnelle Ausgabenkürzungen identifiziert, um die kurzfristige Rentabilität zu sichern", begründet Stephen Minton, Marktforscher bei IDC, den Trend.
Im Bereich Infrastruktur wird hingegen ein Wachstum von 5,3 Prozent erwartet. Dies vor allem, weil Infrastructure-as-a-Service weiter zulegen soll und die Cloud-Anbieter Infrastruktur aufbauen würden. Dies sei zudem eine Gegentendenz zu den sinkenden Investitionen in Server und Netzwerkausrüstung seitens der Firmenkunden, so IDC.
Auch die Software-Ausgaben sollen steigen. 1,7 Prozent könne der Markt zulegen, so IDC. Auch dies ist vor allem auf den Cloud-Bereich zurückzuführen.
Die Ausgaben für IT-Services sollen um 2 Prozent sinken. Besonders betroffen seien die projektorientierten Dienstleistungen, die gerade massenhaft sistiert würden. Aber auch bei Managed Services und Support-Dienstleistungen sieht IDC schrumpfende Ausgaben.
"Die IT-Gesamtausgaben werden im Jahr 2020 trotz der gestiegenen Nachfrage und Nutzung einiger Technologien und Dienstleistungen zurückgehen", schätzt Mintons.
Für 2021 sieht man bei IDC dann wieder ein Wachstum von 4,9 Prozent bei den IT-Ausgaben. Die Ungewissenheiten schon beim Verlauf der Pandemie dürften da aber noch erhebliche Fragezeichen hinter die Prognose setzen.

Loading

Mehr zum Thema

image

Frédéric Weill übergibt OpenWT in neue Hände

Beim IT-Berater übernimmt Swisscom sämtliche Anteile. Anfang nächstes Jahr kommt mit Pierre Grydbeck ein neuer CEO.

publiziert am 3.10.2022
image

Ransomware-Bande meldet Angriff auf Ferrari

Die Gruppe Ransomexx hat angeblich erbeutete Dateien veröffentlicht. Der Automobilhersteller erklärt, keine Beweise für eine Verletzung seiner Systeme zu haben.

publiziert am 3.10.2022
image

IT-Firma der Stadt Wetzikon ist privatisiert

Die Stadt hat ihr IT-Unternehmen an das bisherige Management verkauft. Dies soll dem RIZ mehr Flexibilität für die weitere Entwicklung geben.

publiziert am 3.10.2022
image

Microsoft erhöht in der Schweiz Zahl der Mitarbeitenden

100 zusätzliche Angestellte will Schweiz-Chefin Catrin Hinkel im nächsten Jahr einstellen. Gebraucht werden sie vor allem im Cloud-Bereich.

publiziert am 3.10.2022