IDC schraubt Erwartungen für den PC-Markt runter

7. Juni 2011, 11:26
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Im Februar 2011 war der Marktforscher IDC für den PC-Weltmarkt noch von einem Jahreswachstum von 7,1 Prozent ausgegangen.

Im Februar 2011 war der Marktforscher IDC für den PC-Weltmarkt noch von einem Jahreswachstum von 7,1 Prozent ausgegangen. Aufgrund verschiedener Faktoren sieht die neue Prognose nur noch ein Plus von 4,2 Prozent auf 361,6 Millionen verkaufte PC-Systeme vor. Als Gründe für die gedämpften Erwartungen nennen die Marktforscher den leichten Einbruch im ersten Quartal 2011, die negativen wirtschaftlichen Aussichten in verschiedenen Schlüsselregionen, die Sättigung des IT-Marktes in den Industrieländern und die zunehmende Kannibalisierung durch Konkurrenzprodukte wie Tablet-PCs und Smartphones.
Der für Clients und Displays zuständige IDC-Vize Bob O’Donnell sagt, dass die Verbraucher jetzt die Vorteile erkennen würden, sich neben dem bestehenden PC ein Smartphone, ein Media-Tablet oder einen E-Book-Reader zuzulegen und die neuen Geräte auch aktiv zu nutzen. Nach dem jetzt abflauenden Netbook-Boom, der der Branche eine Zeit lang zu neuem Wachstum verholfen habe, fliegen die Verbraucher nun auf diese neuen Produkte. Die derzeit zu beobachtende Marktzurückhaltung erklärt IDC nicht nur mit dem mässigen wirtschaftlichen Umfeld, sondern auch damit, dass die Verbraucher mittlerweile etwas verwöhnt sind mit Ankündigungen neuer Geräte und technischer Fortschritte. Dünnere mobile Geräte mit längeren Akkulaufzeiten, Touch- und Instant-on-Funktion werden aber voraussichtlich erst 2012 den Massenmarkt erreichen, weshalb viele Kunden ihre Kaufgelüste verschieben.
Im ersten Quartal wurden laut IDC 1,1 Prozent weniger Desktop-PCs und mobile Rechner verkauft als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Mitte April ist der Absatz sogar um 3,2 Prozent zurückgegangen, was vor allem an einem um 4,4 Prozent geschrumpften Consumer-Markt lag, während das Unternehmenssegment mit 3 Prozent sogar noch gewachsen ist. Besonders hart waren die Einbrüche mit jeweils zweistelligen Prozentzahlen in den wichtigen Märkten Nordamerika und Westeuropa. Bei allem Pessimismus für 2011 lassen die IDC-Prognosen für den PC-Weltmarkt bis 2015 wieder hoffen und versprechen in Folge jährliche Wachstumsraten von 10 bis 11 Prozent. Nach 347 Millionen verkauften Systemen im Vorjahr sollen es bis 2015 rund 541,5 Millionen Stück sein, wobei der Anteil der Desktop-PCs stagniert, während mobile Rechner ihren Siegeszug immer mehr fortsetzen. (Klaus Hauptfleisch)

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