Ifa jubelt - Grossaussteller fordert Verschiebung

3. September 2007, 08:55
  • international
image

Ifa-Verschiebung könnte CeBIT gefährden.

Ifa-Verschiebung könnte CeBIT gefährden.
Die Verantwortlichen der 47. Internationale Funkausstellung (Ifa) in Berlin haben gestern eine Zwischenbilanz veröffentlicht. Demnach konnte die Unterhaltungselektronikmesse an den ersten drei Tagen (Freitag bis Sonntag) etwas über 100'000 Besucher verzeichnen. Das wären etwas mehr als in der Sonntagsbilanz des letzten Jahres gemeldet wurden. Die Messe sollte also auf Kurs sein, um die Besucherzahl des letzten Jahres von 212'500 wie angestrebt zu übertreffen.
Die Ifa ist auch eine Ordermesse - viele Aussteller messen ihren Erfolg anhand der direkt vor Ort eingeheimsten Aufträge von Importeuren, OEM-Herstellern, Resellern usw. Auch in dieser Beziehung Dr. Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin, an einen Erfolg: "So wie sich der Ansturm der Fachbesucher auf die neuen Produkte der Consumer Electronics Industrie anlässt, wird er mit Sicherheit zu vollen Auftragsbüchern bei den Ausstellern führen." Man rechnet mit einem Ordervolumen von rund 2,6 Milliarden Euro.
Für die grösseren Aussteller, die nicht auf eine Messe angewiesen sind, um Aufträge zu erhalten, ist dieser Aspekt allerdings weniger bedeutend - sie wollen vor allem ihre wichtigen Produktneuheiten möglichst taufrisch einem grossen Publikum zeigen. Einer der grössten UE-Hersteller, Panasonic, bedient sich nun der 'Financial Times Deutschland', um Druck für eine Verschiebung der Ifa ins Frühjahr zu machen. "Es ist definitiv ein Nachteil, dass diese Messe so spät stattfindet", erklärte Panasonic-Europachef Joachim Reinhart in einem Interview mit dem Wirtschaftsblatt. Die UE-Industrie würde neue Produkte traditionell eher im Frühling auf den Markt bringen. "Deshalb macht ein früherer Termin sehr viel Sinn. Wir würden eine Ifa im Mai sehr begrüßen", so Reinhart.
Damit aber würde die IFA noch viel mehr zur Konkurrenz für die CeBIT, die im März stattfindet. Diese konzentriert sich zwar erklärtermassen auf Business-IT, aber die eher auf Consumer ausgerichteten Aussteller nahm man doch gerne mit – schliesslich zahlen die ihre Ausstellungsfläche auch mit harten Euros. Eine IFA im Frühling könnte ein grosse Problem werden für die in Hannover stattfindende CebIT. Panasonic-Mann Reinhart glaubt sogar: "Eine Ifa im Mai wäre sicherlich der Tod der CeBIT." Damit könnte eine Ifa-Verschiebung, angesichts der Rivalität der Regionen, auch zum Politikum in Deutschland werden. (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

Jetzt liegt mit "Matter" der erste Smart-Home-Standard vor

Die Connectivity Standards Alliance mit Apple, Google, Amazon, Samsung und 280 weiteren Technikherstellern haben einen IoT-Standard verabschiedet.

publiziert am 5.10.2022
image

BIZ macht Vorschläge für Bigtech-Regulierungen

Damit die grossen Tech-Unternehmen im Finanzbereich keine marktbeherrschende Stellung einnehmen können, werden im Institut zwei verschiedene Ansätze diskutiert.

publiziert am 5.10.2022
image

Rechnen sich die Milliarden-Investitionen in das Metaverse?

Insgesamt 70 Milliarden Dollar will Meta für die Entwicklung seiner immersiven Techplattform aufbringen. So viel wie nie ein Tech-Konzern zuvor in neue Technologien investiert hat.

publiziert am 5.10.2022
image

Ransomware-Bande meldet Angriff auf Ferrari

Die Gruppe Ransomexx hat angeblich erbeutete Dateien veröffentlicht. Der Automobilhersteller erklärt, keine Beweise für eine Verletzung seiner Systeme zu haben.

publiziert am 3.10.2022