IFS Schweiz auf der Suche nach Partnern

22. Juni 2018, 08:50
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Man investiere viel ins Partnersystem, denn allein könne IFS nicht wie gewünscht wachsen, sagt Schweiz-Chef Guido Zumstein im Gespräch

Bei IFS gehe es derzeit nur in eine Richtung, und zwar nach oben. Um diesen Weg fortzusetzen, braucht der ERP-Anbieter künftig Partner, sagt Schweiz-Chef Guido Zumstein im Gespräch.
30 Prozent Umsatzwachstum verbuchte der schwedische ERP-Anbieter IFS vergangenes Jahr in der Schweiz. Und auch im ersten Quartal 2018 habe man starkes Wachstum erreicht. "Es geht nur in eine Richtung", sagt Guido Zumstein, seit 2010 Schweiz-Chef des ERP-Anbieters, im Gespräch mit inside-channels.ch. Der Gesamtumsatz der Gruppe, die gut 3500 Mitarbeitende in 50 Ländern beschäftigt, beläuft sich auf knapp 500 Millionen Dollar.
In der Schweiz arbeiten rund 30 Mitarbeitende für IFS und es sollen gemäss Zumstein noch mehr werden, weshalb die Büroräumlichkeiten weiter ausgebaut werden. Die IFS-Mitarbeitenden in der Schweiz seien auf Sales- und Presales, Beratung, Projektleitung und Solution-Management spezialisiert, von der Akquise bis zur Umsetzung seien lokale Mitarbeitende verantwortlich.
Das deutschsprachige Supportcenter für IFS-Kunden befindet sich in Erlangen. Die Entwicklung am Standardsystem IFS Applications geschehe hauptsächlich in Schweden und Sri Lanka. Im sri-lankischen Offshore-Zentrum arbeiten gut 1000 Softwareentwickler sowohl für R&D wie auch für kunden- und projektspezifische Anpassungen.
Wachstum nur mit neuen Kunden und neuen Partnern
In der DACH-Region zähle IFS aktuell 350 Kunden, 35 seien es in der Schweiz. Neu habe man hierzulande unter anderem die Sotax-Gruppe gewonnen, ein in rund zehn Ländern aktiver Hersteller von Maschinen im Pharma-Bereich, sowie Glas Trösch mit 5500 Mitarbeitenden. Als weiteren strategischen Neukunden bezeichnet Zumstein auch Emhart Glass, eine Division der Bucher Gruppe. Das Unternehmen mit Sitz in Cham sei einer der grössten Hersteller von Glasformungs- und Glasprüfungsmaschinen weltweit.
"Wir können hauptsächlich über das Neukundengeschäft wachsen", sagt der Schweiz-Chef. Wartung und Upgrades seien zwar ein wichtiges Business, insbesondere mit Blick auf die Kundenzufriedenheit, aber bei IFS nicht der Schwerpunkt.
Produzierende Unternehmen stellen einen Teil der Kundschaft des schwedischen ERP-Anbieters dar, daneben konzentriere man sich auf Firmen, die stark im Projektgeschäft sind, Messe Schweiz sei hier genannt, oder solche mit einem starken Service-Geschäft. IFS ziele auf Unternehmen mit einer Grösse zwischen 80 und maximal ein paar tausend Usern. Der "typische" Schweizer Kunde sei ein mittelständisches Unternehmen mit ein paar hundert Mitarbeitern.
"Die Schweiz ist zu klein für den falschen Partner"
Für weiteres Wachstum benötigen die Schweden nicht nur neue Kunden, sondern auch Partner. "Wir investieren viel ins Partnersystem. Allein über die eigene Organisation können wir nicht wie gewünscht wachsen", führt der Schweiz-Chef aus. Um die Kundenzufriedenheit auch künftig sicherstellen zu können, baue IFS einerseits die eigenen Kapazitäten aus und sondiere andererseits bereits heute nach Partnern zur Unterstützung – insbesondere für das Beratungsgeschäft. Daneben sei man auch auf der Suche nach stark spezialisierten Partnern, beispielsweise im IoT-Bereich.
Neue Partner würden durch Schulungsmassnahmen qualifiziert und zunächst gemeinsam mit IFS an einem Kundenprojekt arbeiten. Derzeit fokussiere man auf Servicepartner, also IT-Dienstleister, die ein Projekt implementieren können. Ziel sei es aber, bald auch klassische Channel-Partner zu finden, die selbstständig akquirieren und beraten können. Eine eigene Beratungsabteilung und einen direkten Vertrieb werde es bei IFS auch künftig geben.
Schweizer Kunden fragen nach Cloud, wollen sie dann aber doch nicht
Was aber zeichnet IFS aus, woher kommt das Wachstum? Kunden brauchen keinen Monolithen, glaubt Zumstein. IFS Applications sei wie ein Legokasten konzipiert, aus dem Kunden die passenden Bausteine auswählen können. So sei das System flexibler und kleiner und werde auch entsprechend den Kunden-Anforderungen lizenziert. Auch das ERP als Single-Instanz installieren zu können und global auszurollen, zeichne die Schweden aus. Im ERP-Standardsystem seien Finanz und Controlling für über 80 Länder vorhanden, sowie mehr als 20 Sprachversionen – "Alles in einer Installation", erklärt Zumstein weiter.
Das IFS-ERP ist als Private-Cloud-Lösung erhältlich. Und könne aber selbstverständlich auch in der Public Cloud mit Full Managed Service betrieben werden. Dafür setzten die Schweden auf Microsoft Azure. Aber die Schweizer Kunden würden sich hier noch zurückhaltend zeigen. Sie wollen zwar wissen, dass eine Software Cloud- und SaaS-fähig sei, würden sich schliesslich aber doch zu einem grossen Teil für eine On-Premise-Version entscheiden. Der Cloud-Anteil sei in der Schweiz noch vergleichsweise gering.
Kürzlich hat das Unternehmen die neuste ERP-Version IFS Applications 10 vorgestellt. Schon mit der Vorgängerversion 9 wurde eine Layered-Architektur eingeführt. Diese Technologie erlaube es, das Core-System "schnell und mit wenig Aufwand" upzugraden respektive upzudaten. Dies geschehe mit Update-Packages, die der Anbieter vier Mal im Jahr zur Verfügung stellt. (Katharina Jochum)

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