Ihr sollt sein ein einzig Volk von Microsoftlern

11. Juli 2013, 15:44
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Also sprach Ballmer. Die Microsoft-Reorg ist aus dem Sack.

Also sprach Ballmer. Die Microsoft-Reorg ist aus dem Sack.
Microsoft-CEO Steve Ballmer hat heute in einem Mail an alle Angestellten die Details der grossen Reorganisation bei Microsoft bekannt gegeben, über die schon seit einiger Zeit spekuliert wurde ausgegeben hat, heisst es bei Steve Ballmer "One Microsoft".
One Microsoft fasst die von Ballmer vorgegebenen Ziele der Umorganisation zusammen. Microsoft sei zwar, wie Ballmer wortreich schildert, schon bisher sehr gut gewesen, soll aber nun noch viel fantastischer werden. Der Softwareriese werde von nun an einer einzigen einheitlichen Strategie folgen, Produkte und Services sollen kohärenter werden und bei der Planung von grossen Produkt- und Serviceinitiativen soll jeweils das ganze Unternehmen miteinbezogen und alle Auswirkungen bedacht werden. Ausserdem soll die Entwicklung beschleunigt werden und das ganze Unternehmen einheitlich auftreten, sowohl gegen innen als auch gegen aussen.
Noch viel mehr Hardware von Microsoft
Das Ganze ist auch eine Fortsetzung und Verstärkung der "Devices and Services"-Strategie, die Microsoft vor einem Jahr mit dem Launch seines eigenen Tablets, werde ein volles Spektrum sowohl eigener als auch von Partnern stammender Geräte umfassen, vom Handy über Tablets, PCs, 2-in-1-Geräte, Fernseher und dazugehörige Geräte bis zu unbekannten, noch zu erfindenden Geräten. Microsoft-Devices sollen zudem auch für das Unternehmensgeschäft fit gemacht werden.
"The Power of One"
Schon mit der Lancierung des kläglich gescheiterten Media Centers vor zwölf Jahren setzte sich Microsoft das Ziel, von den Arbeitszimmern auch in die Wohnzimmer der Menschen vorzudringen. Ballmer packt diesen alten Traum nun wieder aus und setzt noch ziemlich viel drauf: Die Menschen sollen fast alles, was sie tun, mit Microsoft tun: Sich ausdrücken, kommunizieren, ihre Aufgaben und ihr Leben planen, Lernen, Entscheidungen treffen, sich unterhalten und Spass haben. Bei letzterem allerdings, bitteschön, bevorzugt "ernsthaften Spass" (serious fun).
Ballmer deutet sogar die Entwicklung einer Art von künstlicher Microsoft-Intelligenz in der Cloud an, welche User kontinuierlich überwachen und ihnen bei der Erfüllung ihrer Bedürfnisse und Anliegen nicht nur helfen, sondern diese sogar vorwegnehmen soll. Angesichts der Aufregung um "Prism" und den tiefgreifenden Zugriff, den Geheimdienste und andere Behörden auf Daten von Microsoft und anderen IT-Grosskonzernen haben, könnte diese Idee allerdings momentan etwas unpopulär sein.
Die Reorg
Ach ja, dann war da ja eben noch die Reorganisation, welche all diese wundersamen Dinge für Microsoft möglich machen soll. Konkret wirft der Softwarehersteller die alte Organisation nach Produktgruppen wie Windows, Server und Tools, Business Software, Online Services usw. über Bord. Stattdessen orientieren sich die neuen Abteilungen produktübergreifend nach Aufgabengebieten: Engineering, Marketing, Business Development und "Evangelismus" sowie Strategie und Entwicklung.
Innerhalb der Engineering-Abteilungen findet man dann doch wieder die bisherigen Produktedivisionen allerdings teilweise neu zusammengemixt. Neu gibt es die von Terry Myerson geleitete "Operating Systems Engineering Group", die "Devices and Studios Engineering Group" (Julie Larson-Green), die "Applications and Services Engineering Group" (Qi Lu) und die "Cloud and Enterprise Engineering Group" (Satya Nadella). Der Business-Softwarebereich (Dynamics) bleibt eigenständig und wird weiterhin von Kirill Tatarinov geleitet.
Dazu kommen die "Advanced Strategy and Research Group" (Eric Rudder), die Marketing Abteilung (Tami Reller), die "Business Development and Evangelism Group" (Tony Bates), die Finanzabteilung (Amy Hood), die Rechtsabteilung (Brad Smith) und die Personalabteilung (Lisa Brummel).
Kevin Turner bleibt als COO Chef der Operations-Abteilung, der bisherige Verantwortliche für die Office-Suite, Kurt DelBene, verlässt Microsoft. (Hans Jörg Maron)

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