Im Kampf gegen E-Mail Kinderkrankheiten

4. Juli 2006, 13:52
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Zwei Schweizer Kleinfirmen spannen zusammen und bieten gemeinsam einen E-Mail Signaturservice an.

Zwei Schweizer Kleinfirmen spannen zusammen und bieten gemeinsam einen E-Mail Signaturservice an.
E-Mail ist praktisch - zu praktisch. Das Medium ist schnell, leicht zu bedienen und scheinbar (wissen Sie wieviele teure Administratoren an Ihrem Exchange-Server herumbasteln?) gratis. Doch die elektronische Post ist ein noch sehr unreifes Medium. Man bekommt zu viele unwichtige Mails, es gibt zu viel Spam, zu viele Mails sind mit gefährlicher Software verseucht und E-Mails können leicht gefälscht werden. Man weiss also weder, ob der Absender auch wirklich derjenige ist, der er zu sein vorgibt noch kann man sicher sein, ob ein Mail auch wirklich angekommen ist. Das gibt dann die "Häsch mis Mail übrchoo?"-Telefonate. Zudem gelten Mails vor Gericht nicht immer als Beweismittel und die rechtsgültige Archivierung von E-Mails ist teuer und schwierig zu bewerkstelligen.
Apexis und PrivaSphere lancieren Signaturservice
Es gibt verschiedene Kuren für die Kinderkrankheiten des Kommunikationsmittels E-Mail, doch viele sind kompliziert, teuer und nicht perfekt. Also wurstelt die grosse Mehrheit der Firmen einfach weiter.
Zumindest mit dem Problem der nicht-eindeutigen Identität von Absendern im E-Mail-Verkehr wollen zwei Zürcher Kleinfirmen aufräumen. Gemeinsam bieten der Winterthurer Anti-Spam-Spezialist Apexis (Cleanmail) und die Zürcher PrivaSphere in Kürze einen umkompliziert zu benützenden Signatur-Service an.
Da die Dienstleistung über die Umleitung der Mails auf einen Server von Apexis erbracht werden wird, braucht man keine zusätzliche Software auf den Firmen-PCs zu installieren. Apexis, respektive PrivaSphere helfen auch bei der Beschaffung der digitalen Signatur bei der vom Bund autorisierten Ausgabestelle QuoVadis.
Der Signatur-Service kann mit allen gängigen E-Mail-Servern und -Clients (Outlook, Thinderbird, Lotus Notes, Eudora, Groupwise, Entourage etc.) verwendet werden. Ein signiertes E-Mail wird mit dem Schlüssel eines Firmenzertifikats verschlüsselt - anhand der Signatur wird dem Empfänger angezeigt, dass der elektronische Brief tatsächlich vom angegebenen Absender oder zumindest von dessen Firma stammt und auf dem Weg zum Empfänger nicht verändert wurde.
Verschlüsseln mit PrivaSphere
Die beiden jungen Internet-Dienstleister PrivaSphere und Apexis Cleanmail packen mit dem Angebot erstmals ihre Dienstleistungen zusammen. Ein einfaches signiertes Mail bietet zwar Sicherheit bezüglich des Absenders, es entspricht aber nicht einem eingeschriebenen Brief. Man kann über PrivaSphere aber auch "eingeschriebene" Mails verschicken. Dort wird der Inhalt mit einer qualifizierten, persönlichen Signatur versehen, Versanddatum und Versandzeit wird in einer "Trustbox" festgehalten und der Versender erhält eine wiederum signierte Empfangsbestätigung.
Ausserdem bietet PrivaSphere schon seit 2004 den verschlüsselten Versand von E-Mails an. Auch bei diesem Service muss man keine zusätzliche Software auf seinem Computer installieren, sondern kann einfach einen weiteren, sicheren E-Mail-Server definieren. Der Empfänger eines verschlüsselten Mails muss sich einmal bei PrivaSphere mit einem Schlüssel, den er vom Absender erhält, legitimieren und kann dann alle Mails dieses Absenders entziffern. Den Verschlüsselungsdienst von PrivaSphere kann man im Abo (ca. 250 Franken pro Jahr und E-Mail-Account) beziehen.
Vom E-Mail-Putzdienst zum umfassenden Dienstleister
Der andere Partner, Apexis Cleanmail entwickelt sich vom Anti-Spam-Dienstleister zum umfassenden elektronischen "Pöstler". Zur Zeit bietet Apexis mit Cleanmail einen kompletten Anti-Spam-Service, der ein von Spezialisten überwachtes 10-stufiges E-Mail-Filtersystem benützt. Cleanmail kann als dedizierter Dienstleister schneller auf neue Spam-Formen reagieren und fälschlicherweise als Spam eingeschätzte Mails besser erkennen.
Mit dem Signatur-Service macht Apexis nun einen ersten Schritt zum umfassenderen E-Mail-Dienstleister. Der nächste Schritt wäre dann der Aufbau einer Speicherstruktur, mit der E-Mails der Kunden in rechtsgültiger, sicherer Form als Dienstleistung gespeichert werden. (Christoph Hugenschmidt)

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