Im Pentagon darf wieder getwittert werden

1. März 2010 um 16:52
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Das US-Verteidigungsministerium Department of Defense (DoD) hat sich nach ausgiebiger Prüfung dazu entschieden, die Dienstcomputer der Streitkräfte für die Nutzung sozialer Netzwerke freizugeben.

Das US-Verteidigungsministerium Department of Defense (DoD) hat sich nach ausgiebiger Prüfung dazu entschieden, die Dienstcomputer der Streitkräfte für die Nutzung sozialer Netzwerke freizugeben. Wie das Pentagon in einem internem Memo an seine Mitarbeiter schreibt, ist es ab sofort allen Angehörigen der Streitkräfte und Zivilangestellten erlaubt, sich über ein nicht als geheim eingestuftes Netzwerk der Behörde aktiv auf Online-Plattformen wie Facebook oder Twitter zu betätigen. Auch die 2007 gesperrte Videoseite YouTube wurde wieder freigeschaltet.
Hintergrund für die aktuelle Entscheidung ist ein grundsätzliches Bekenntnis des Pentagons zu den Vorteilen von sozialen Netzwerk-Communitys. Diese seien sowohl nützliche Werkzeuge für die Kommunikation innerhalb des Ministeriums als auch zwischen der Behörde und der Öffentlichkeit. "Nicht nur, dass unsere Angestellten diese Tools verwenden, um mit ihren Familien und Freunden zu kommunizieren. Sie nutzen sie auch, um ihre Jobs besser zu erledigen und sogar, um mit Partnern ausserhalb der Organisation zusammen zu arbeiten", zitiert Cnet aus einem Interview mit DoD-Deputy-CIO David Wennergren.
Freigabe mit Vorbehalten
Ganz ohne Vorbehalte will sich das Pentagon aber dann doch nicht auf die neue Social-Media-Welt einlassen. So gelten für die Veröffentlichung von Blogs, Tweets und Online-Videos auch weiterhin spezielle Auflagen. US-Soldaten sind demnach alle Aktivitäten untersagt, die militärische Aktionen gefährden oder der Einsatzbereitschaft schaden könnten. Als die grössten Bedrohungen werden dabei offensichtlich vor allem Internet-Glücksspiel- und Pornoseiten aufgefasst, zu denen der Zugang generell gesperrt bleiben soll.
Überraschende Entscheidung
Dass sich das Verteidigungsministerium der USA nun nach ausgiebiger Prüfung doch noch für eine Freigabe der Web-2.0-Nutzung auf seinen Dienstcomputern entschieden hat, kommt für einige Experten eher überraschend. Erst im August vergangenen Jahres wurde etwa Angehörigen des US-Marine-Corps - offiziell aus Sicherheitsgründen - verboten, über Computer an ihrem Arbeitsplatz auf soziale Netzwerke zuzugreifen. (pte/bt)

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