Im Reisswolf: Die Tücken der Löschta

5. Dezember 2012, 12:42
  • kolumne
  • ringier
image

Die iPhone-Tastatur ist nichts für Schnelltipper, findet Kolumnist Peter Wolf. Wie wärs mit verschiedenen Klickgeräuschen für Leerschlag- und Lösch-Taste?

Die iPhone-Tastatur ist nichts für Schnelltipper, findet Kolumnist Peter Wolf. Wie wärs mit verschiedenen Klickgeräuschen für Leerschlag- und Lösch-Taste?
Wenn man nicht aufpasst, steht statt "kommt" bloss ein einsames "t" im iPhone-Display. Wie kommt das? Die Löschtaste liegt so nahe beim "m", dass man schnell mal aus Versehen zwei Buchstaben löscht (in unserem Fall das "k" und das "o"), statt zwei Buchstaben zu tippen (hier z.B. die beiden "m").
Auch die Leerschlagtaste stellt Schnelltippern oft ein Bein, wenn man sie nicht richtig trifft und stattdessen zwei Wörter durch ein "v" oder ein "b" verbunden werden.
Beim Schreiben auf der mechanischen Tastatur ist klar: nicht jeder kann blind tippen und muss dann halt ab und zu auf dem Bildschirm die Eingabe kontrollieren. Aber weswegen müssen wir alle taub tippen? Es wäre schon wahnsinnig hilfreich, wenn die Klickgeräusche von Leerschlag- und Lösch-Taste einen anderen Klang hätten. Dann würde ich viel schneller merken, dass mein dicker Daumen ein falsches Zeichen erwischt hat.
Vertippen ist das Eine, korrigieren das nicht minder Nervende: Es kann doch nicht sein, dass es einfacher ist, ein Wort komplett zu löschen und es neu zu schreiben als den Cursor hinter dem Vertipper zu platzieren und ihn zu eliminieren (wenigstens gelingt das Markieren eines Wortes durch Doppeltippen relativ zuverlässig).
Leider kann man beim iPhone keine andere Tastatur installieren (Ausnahme: iA Writer, der ein eigenes Keyboard mit zusätzlichen Steuertasten bietet). Ganz im Gegensatz zu Android-Smartphones, wo man sich mit "SwiftKey3" helfen kann. Dieses intelligente Keyboard ist ein wahrer Segen für Vielschreiber: Es schlägt Wörter vor, lernt dauernd dazu, löscht Leerschläge vor Komma oder Punkt und fügt danach einen ein und schlägt erstaunlich treffsicher das nächste Wort vor, das zu schreiben man gedenken könnte. Vorschläge inklusive Wortabstand fügt es durch Tippen auf das auszuwählende Wort an, so dass man sowohl Leerschlag- als auch Lösch-Taste viel seltener braucht. (Peter Wolf)
Peter Wolf (48) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Technik. Zuerst eher mechanisch durch Aufschrauben und Nachschauen, später vermehrt auch mit elektronischen Produkten und mit Services. Seit 1985 war er immer wieder mal bei Ringier beschäftigt, zuletzt als Trend Scout und Social Media Evangelist. Heute arbeitet er als Research Analyst bei e-Research und als Kolumnist und App-Tester für diverse Publikationen - unter anderem für inside-it.ch.
Zeichnung: Barbara Donnarumma für inside-it.ch

Loading

Mehr zum Thema

image

Vor 80 Jahren: Der Fotokopierer wird patentiert

Nach dem Erhalt des Patents für den ersten Fotokopierer der Welt ändert das Unternehmen Haloid seinen Namen in Xerox, weil es den Prozess zunächst xerographieren nennt.

publiziert am 7.10.2022 2
image

Mgmt Summary: Agile

In der Kolumne Mgmt Summary erklärt Rafael Perez Süess Buzzwords. Heute sagt er, was agile mit Feng-Shui zu tun hat.

publiziert am 6.10.2022
image

#Security: Vom Ködern und Fischen

Der Faktor Mensch wird oft als grösstes Sicherheitsrisiko bezeichnet, aber selten wirksam adressiert. Das schreibt Cornelia Puhze von Switch in ihrer aktuellen Kolumne.

publiziert am 5.10.2022
image

IT-Woche: Datenschutz vs. Anwälte – wer gewinnt?

Es läuft die Schlussviertelstunde des Spiels. Aktuell steht es Unentschieden. Die Anwälte sind im Angriff, aber die Datenschützer haben eine starke Verteidigung im Aufgebot.

publiziert am 30.9.2022