Im Reisswolf: I like - Ja, Nein, Vielleicht

16. Juli 2014, 09:25
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Lost in Translation: Gefällt einem etwas auf Facebook, steht da, dass einem das nicht gefällt - und umgekehrt. Die Übersetzungen sind verwirrend, findet Kolumnist Peter Wolf.

Lost in Translation: Gefällt einem etwas auf Facebook, steht da, dass einem das nicht gefällt - und umgekehrt. Die Übersetzungen sind verwirrend, findet Kolumnist Peter Wolf.
Dank Microsoft und Facebook: Alles, was man mag, gefällt einem anschliessend nicht mehr. Ebenso wie Facebook verwirrt auch Microsofts "Yammer" die deutschsprachigen Benutzer mit dem Begleittext zur "Like"-Taste. Was man in der Facebook-Mobile-App noch nicht geliked hat, ist beschriftet mit "gefällt mir" und was man dann geliked hat, heisst fortan "gefällt mir nicht mehr". Mir ist schon klar, dass dies die Aktionen beschreibt, die durch Tippen auf die jeweilige Schaltfläche ausgelöst werden. Sinnstiftend ist es trotzdem nicht. Und vor allem sitzt man dann vor einer Timeline, in der unter jedem Quatsch "gefällt mir" steht.
Der selben Verwirrung setzt einen auch Yammer von Microsoft aus. Man sollte meinen, dass solche Milliardenkonzerne auch ein paar Leute auf der Lohnliste haben, die eingedeutschte Funktionen auch auf ihre Verständlichkeit hin prüfen. Auf englisch und in der Browserversion ist ja noch alles OK: "Like" steht dort (nicht "I like it") und nach dem liken kann man auf "Unlike" klicken ("stop liking this message" erklärt das Mouseover). Aber in der auf deutsch übersetzten iApp steht unter jedem (JEDEM!) Beitrag: "Gefällt mir" und "Antworten". Ausser bei den Beiträgen, an denen man Gefallen gefunden hat - dort drunter steht dann nämlich "Gefällt mir nicht".
Natürlich klingt "Gefallen bekunden" ein bisschen umständlicher als "Gefällt mir", bezeichnet aber wenigstens die Aktion treffender. Und anschliessend kann von mir aus ein "Gefällt mir" da stehen, weil diese Aussage dann ja treffend ist. Wenn einem etwas nicht mehr gefällt, lässt sich dies durch Tippen auf diese Aussage immer noch zurückverwandeln.
Und wenn wir schon dabei sind: Hallo Facebook, weshalb steht im Profil einiger Mitglieder "Arbeitet bei", bei anderen jedoch, die immer noch bei der jeweiligen Firma angestellt sind "Hat bei ... gearbeitet"? Habt Ihr eine Kristallkugel? Oder einfach schlampig gearbeitet? (Peter Wolf)
Peter Wolf (48) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Technik. Zuerst eher mechanisch durch Aufschrauben und Nachschauen, später vermehrt auch mit elektronischen Produkten und mit Services. Seit 1985 war er immer wieder mal bei Ringier beschäftigt, zuletzt als Trend Scout und Social Media Evangelist. Heute arbeitet er als Research Analyst bei e-Research und als Kolumnist und App-Tester für diverse Publikationen - unter anderem für inside-it.ch.
Zeichnung: Barbara Donnarumma für inside-it.ch

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