Im Reisswolf: Keine App kostet nichts

4. Februar 2015, 13:00
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Kolumnist Peter Wolf bezahlt gerne für Apps, die etwas können.

Kolumnist Peter Wolf bezahlt gerne für Apps, die etwas können.
Oftmals fragen mich Bekannte, was ich als App-Tester denn so alles für tolle Apps auf meinem Handy habe. Diese wollen sie dann auch auf ihr Smartphone laden – bis sie feststellen, dass sie meist etwas kosten. Dann ist es mit der Begeisterung schnell mal vorbei.
Ganz abgesehen davon, dass nichts jemals gratis ist (nicht mal der Tod, denn der kostet das Leben): man zahlt immer, auch wenn etwas vordergründig kostenlos ist – mit Zeit, Nerven, Daten oder Aufmerksamkeit.
Oftmals lade ich von einer App, die ich im Store entdecke, direkt die kostenpflichtige Pro- oder Premium-Version herunter, statt mich mit dem nervigen Verhalten der Gratis-Version herumzuschlagen. Bei gut programmierten Apps verdienen es die Entwickler, etwas dafür zu bekommen, und es spornt sie an, sie weiterzuentwickeln und Fehler auszubügeln. Und bei schlechten Apps ist der finanzielle Schaden etwa gleich gross, wie wenn man einen Kaffee kauft und ihn dann verschüttet (ich bezahle übrigens alle getesteten Apps aus der eigenen Tasche).
Wenn mich nun also wie so oft jemand fragt, ob es denn nicht zum Beispiel eine App gebe, die Visitenkarten direkt ins Adressbuch reinscannen könne und ich das lang und breit mit meinem Handy demonstriere und derjenige dann installierwillig ist, bis er im App-Store herausfindet: "aber die kostet ja 5 Franken!", dann muss ich ihm entweder die Freundschaft aufkünden, weil er an meiner Beratungsqualität zweifelt, oder ihm die verplemperte Zeit in Rechnung stellen. Dafür gibts wenigstens eine App: "Show Me Da Money" (für iOS) zählt nach Eingabe des Jahresgehalts und Drücken der Starttaste hoch, wie viele Franken man in der Zwischenzeit schon hätte verdienen können. Die App ist leider gratis.
Peter Wolf (50) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Technik. Zuerst eher mechanisch durch Aufschrauben und Nachschauen, später vermehrt auch mit elektronischen Produkten und mit Services. Seit 1985 war er immer wieder mal bei Ringier beschäftigt, zuletzt als Trend Scout und Social Media Evangelist. Heute arbeitet er als Research Analyst bei e-foresight im Swisscom-Geschäftsbereich Banking und als Kolumnist und App-Tester für diverse Publikationen - unter anderem für inside-it.ch.

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