Im Reisswolf: NFC kann man nicht erschnüffeln

2. Juli 2014, 12:45
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Augmented Reality ist grossartig - Aber nur wenn man sie in der Realität auch erkennen kann, schreibt Kolumnist Peter Wolf.

Augmented Reality ist grossartig - Aber nur wenn man sie in der Realität auch erkennen kann, schreibt Kolumnist Peter Wolf.
Letztes Mal habe ich mich darüber ausgelassen, dass QR-Codes zwar eine praktische Erfindung für Mobiltelefonbenutzer sind, aber von diesen nur umständlich genutzt werden können, weil die Codes von der Bordkamera nicht erkannt werden und daher separate Apps vonnöten sind.
Leser haben daraufhin den Gebrauch von Augmented Reality oder "Goggles" von Google empfohlen.
Goggles ist tatsächlich eine grossartige App (und kann sogar Sudokus erkennen). Leider aber löst sie nicht das beschriebene Hauptproblem: Goggles kann nicht als Standardanwendung für die Kamera gesetzt werden. Das heisst, dass es nicht zum Einsatz kommt, wenn man aus dem Lockscreen heraus die Kamera schnellstartet (dies gilt für Android, auf dem iPhone wäre so etwas sowieso nicht möglich). Sondern es ist halt leider eine weitere App, die QR interpretieren kann, und muss wie alle anderen QR-Apps bewusst aufgestartet werden.
Augmented Reality (AR) ist etwas Grossartiges und begeistert mich auch immer wieder. Leider hat der User ohne Zuhilfenahme eines Smartphones keinen Hinweis darauf, dass etwas AR-vertaggt ist.
Hier zeigt sich der grosse Vorteil von QR gegenüber AR und NFC: der User kann mit seinen eigenen Sinnen erkennen, dass da etwas ist, das sein Smartphone entschlüsseln kann. Einen QR-Code sieht und erkennt man (und er ist billig herzustellen). NFC kann man nicht erschnüffeln und von der Existenz eines AR-Angebotes weiss bloss das Smartphone (bzw. die dafür ausgelegte App).
Punkto sinnvoller Verwendung des QR-Codes verdient übrigens BlackBerry ein dickes Lob: Dessen AppStore setzt die optischen Codes schon lange als zuverlässiges Bindeglied zwischen dem stationären Internet und dem Mobiltelefon ein. Hat man also in der Browserversion des Applikationen-Ladens ein interessantes Programm gefunden, geht man einfach auf dem Smartphone in der BlackBerryWorld-App in den Menüpunkt "Scannen", hält die Kamera vor den QR-Code auf der Webseite, und schon beginnt sich die App herunterzuladen. Aber eben auch hier gilt: das funktioniert auch nur aus einer speziellen App heraus.
Peter Wolf (49) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Technik. Zuerst eher mechanisch durch Aufschrauben und Nachschauen, später vermehrt auch mit elektronischen Produkten und mit Services. Seit 1985 war er immer wieder mal bei Ringier beschäftigt, zuletzt als Trend Scout und Social Media Evangelist. Heute arbeitet er als Research Analyst bei e-Research im Swisscom-Geschäftsbereich Banking und als Kolumnist und App-Tester für diverse Publikationen - unter anderem für inside-it.ch.
Zeichnung: Barbara Donnarumma für inside-it.ch

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