Im Reisswolf: Smartphones mit Sprung

24. Juli 2013, 12:20
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Kolumnist Peter Wolf will sein Smartphone für das Zersplittern der Frontscheibe bestrafen. Bringt es dann aber doch nicht übers Herz.

Kolumnist Peter Wolf will sein Smartphone für das Zersplittern der Frontscheibe bestrafen. Bringt es dann aber doch nicht übers Herz.
Erstaunlicherweise gehen mir Mobiltelefone nicht vier Mal häufiger kaputt* als anderen Benutzern, obwohl ich meist vier verschiedene Geräte gleichzeitig im Einsatz habe: ein iPhone, einen Androiden, einen BlackBerry, ein WindowsPhone.
Und trotzdem ist es letzte Woche passiert: mein iPhone rutschte mir beim Gehen aus der Hand, schlug Gesicht voran auf dem Asphalt auf und hatte dann eine total zersplitterte Frontscheibe. Trotz Schutzhülle mit überstehendem Rand!
Und ab dann sah ich sie überall, die Handys mit den zersplitterten Displays. Beim Mittagessen am Nachbartisch: zwei iPhone 5, je mit Glasbruch. Im Tram: drei von vier Teenagern tippten auf mit Klebestreifen zusammengehaltenen Splittern herum. Leute erzählen mir Geschichten, wie sie ihr Handy bloss einmal unvorsichtig auf den Tisch legten und seither einen Sprung im Glas haben.
Ursprünglich wollte ich dem Handy ja zur Strafe dafür, das es sich erfrechte, einfach so kaputt zu gehen, extra keine neue Scheibe spendieren und es dadurch demütigen, dass es bis zur Ablösung durch das Nachfolgemodell mit Klebestreifen im Display herumlaufen muss. Aber irgendwie tut es einem schon weh, wenn man etwas, das man monatelang zärtlich gestreichelt hat, nun gebrochen und zerstört vor sich sieht (also ich rede hier vom Touchscreen). Nach einem zwanzigminütigen Besuch beim Handydoktor sah das iPhone dann wieder wie neu aus.
*Meine anderen beiden Handy-Zerstörungen waren übrigens: ein HTC one, das ich fahrlässigerweise immer in die selbe Tasche steckte, aus der es immer wieder herausfallen konnte. Bis es dies dann mal auf einem Betonboden tat und ein zerbrochenes Display davontrug. Und vor vielen, vielen Jahren, als BlackBerrys noch robust waren, wenig Strom und kaum Daten verbrauchten, da rutschte es mir beim Aussteigen aus dem Taxi aus der Tasche, und das Taxi fuhr drüber. Trotzdem konnte das zersplitterte Display noch vermelden, dass 13 neue Mails im Postfach liegen.
Peter Wolf (48) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Technik. Zuerst eher mechanisch durch Aufschrauben und Nachschauen, später vermehrt auch mit elektronischen Produkten und mit Services. Seit 1985 war er immer wieder mal bei Ringier beschäftigt, zuletzt als Trend Scout und Social Media Evangelist. Heute arbeitet er als Research Analyst bei e-Research und als Kolumnist und App-Tester für diverse Publikationen - unter anderem für inside-it.ch.
Zeichnung: Barbara Donnarumma für inside-it.ch

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