Im Reisswolf: Verkehrt herum

12. November 2014, 15:39
  • kolumne
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Warum kann man gewisse Akkus auf verschiedene Arten einsetzen?

Warum kann man gewisse Akkus auf verschiedene Arten einsetzen?
Manchmal hat man schon das Gefühl, dass Produkte-Entwickler ihre eigenen Kreationen nicht benutzen. Oder zumindest nicht lange genug – und sie dann wegwerfen, wenn die Batterie leer ist.
Kürzlich habe ich mir die Olympus Tough TG-3 gekauft. Das ist eine Kompaktkamera mit sensationellen Nahaufnahme-Fähigkeiten, die auch nach Stürzen und Wasserduschen noch funktioniert. Leider jedoch funktioniert sie überhaupt nicht mehr, wenn man ihr den Akku verkehrt herum einsetzt. Und das ist leicht möglich - nämlich auf drei von vier Arten.
Der Konstruktionsfehler ist nicht neu. Schon vor über fünf Jahren musste ich bei meiner Pentax Optio ebenfalls immer ganz genau schauen, wie herum der Akku eingesetzt werden muss, weil es sich dabei um ein flaches Klötzchen handelte, das auf allen vier Seiten gleich ausschaute und bis auf die Stromkontakte keine mechanischen Unterscheidungsmerkmale aufwies. So dass man ihn halt auf vier verschiedene Arten ins Batteriegehäuse einschieben kann - aber nur eine davon die richtige ist. Zugegeben: Zwei Arten sind kreuzfalsch, weil dann die Kontakte nach oben rausschauen. Das kann man sich ja noch merken. Aber wie herum der Akkublock nun wirklich Kontakte voraus eingesetzt werden muss, das muss man immer zuerst ganz genau im Akkufach nachschauen. Oder ausprobieren.
Auch bei der Olympus ist dies so: auf jede der vier Arten schnappt der Akku im Batteriefach ein und jedes Mal lässt sich der Deckel des Gehäuses schliessen. Dass etwas verkehrt herum drin steckt, zeigt sich erst daran, dass sich die Kamera nicht einschalten lässt.
Das ist nicht wirklich toll, wenn man zum Beispiel grad Unterwasseraufnahmen im fliessenden Gewässer gemacht hat und nun versucht, mit klammen Fingern und im schlimmsten Fall bei schwachem Licht den Akku zu wechseln.
Ist es denn derart schwierig, auf einer der Seiten (am besten der mit den Kontakten) eine Einkerbung anzubringen, die verhindert, dass man den Akku verkehrtherum reindrücken kann?
Peter Wolf (50) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Technik. Zuerst eher mechanisch durch Aufschrauben und Nachschauen, später vermehrt auch mit elektronischen Produkten und mit Services. Seit 1985 war er immer wieder mal bei Ringier beschäftigt, zuletzt als Trend Scout und Social Media Evangelist. Heute arbeitet er als Research Analyst bei e-foresight im Swisscom-Geschäftsbereich Banking und als Kolumnist und App-Tester für diverse Publikationen - unter anderem für inside-it.ch.

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